Alles wird schlechter!
Georg Plank

Alles wird schlechter!

Die Evolution alles Lebendigen ist von Verbesserungen geprägt. Auch die Geschichte der Menschheit könnte man als Verbesserungsgeschichte deuten – leider mit teilweise schlimmen Rückschlägen. Es gibt viele Beispiele, die diese „probabilistische Sicht“ ermutigen. Verbesserungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen haben nachweislich dazu geführt, dass kaum jemand trotz aller unleugbaren Probleme lieber in einer anderen Welt oder zu einer anderen Zeit als der gegenwärtigen leben möchte.

Der schwedische Mediziner Hans Rosling (1948 – 2017) gilt als einer der Hauptvertreter dieser These. Er beschrieb in seinem Bestseller „Factfulness“, wie in den letzten 200 Jahren weltweit Parameter wie Alphabetisierungsgrad, medizinische Versorgung, Mindesteinkommen etc. deutlich gestiegen sind.

Wenn Ihnen nun sogleich Gegenbeispiele einfallen, was sich alles verschlechtert hat und dass die Menschheit unausweichlich auf selbst verursachte Katastrophen zusteuert, ist das nur eine scheinbare Falsifikation der Rosling`schen Grundthese: Viele Menschen hätten laut seinen Forschungen ein völlig verzerrtes, meist zu düsteres Bild von der Welt. Das Fatale: Diese faktisch oft falsche Sichtweise hat enormen Einfluss auf das Denken und Handeln von Entscheidungsträgern. Solide Fakten würden oft ganz andere Möglichkeiten eröffnen, mit den unbestreitbar gewaltigen Problemen der Gegenwart umzugehen. Es geht also weder um Schönfärberei noch um Untergangsszenarien. Es geht um das Bemühen, sich um eine möglichst wirklichkeitstreue Faktenlage als Ausgangspunkt des eigenen Handelns und der eigenen Entscheidungen zu bemühen.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommen die Studien des Wissenschaftsjournalisten John Tierney und des Sozialpsychologen Roy Baumeister, die sie im Buch „Die Macht des Schlechten“ 2020 veröffentlicht haben. Die beiden Autoren erklären anhand des Negativitätseffekts, warum Länder in katastrophale Kriege geraten, warum Paare sich scheiden lassen oder warum Menschen Vorstellungsgespräche vermasseln. Doch sie zeigen auch, wie wir lernen können, unsere Negativitätsvorurteile zu erkennen, zu steuern und zu überwinden. Die Macht des Schlechten kann für Gutes genutzt werden, so ihre plausibel vorgetragene These.

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