Eh
Georg Plank

„Eh!“

Viele Teilnehmer:innen lachen, wenn ich bei Seminaren sage: „Das Wörtchen ‚eh‘ ist, zumindest in Österreich, der kürzest mögliche Ausdruck von Innovationsverweigerung.“ Wie oft haben Sie schon auf (Verbesserungs-) Vorschläge sogenannte Eh-Antworten bekommen: „Das haben wir eh schon gemacht oder probiert!“, „Das kennen wir eh schon!“, oder noch schlichter: „Ja eh, aber …“

Manche fühlen sich allerdings auch auf den Schlips getreten und reagieren dementsprechend. Sie finden gute Gründe oder schlechte Ausreden, warum gerade bei ihnen etwas nicht verbessert werden kann. Sie beschuldigen mich als Besserwisser, der ja keine Ahnung vom wirklichen Leben hat. Sie entwickeln unglaubliche Kreativität darin, ihre latente oder offene Verweigerungshaltung zu begründen, zu verteidigen oder als alternativlos zu rechtfertigen.

Ich gebe zu, auch ich komme immer wieder in Versuchung, angesichts solcher Reaktionen resignierend zu denken: Mit solchen Typen kannst du jegliche Innovation vergessen! Doch dann erinnere ich mich an die Tatsache, dass der Weg zu Innovationen immer mit Widerständen gepflastert ist und sein muss. Es gibt Möglichkeiten, trotz und angesichts von Skepsis, Zweifel und Verweigerung konsequent den Weg für Verbesserungen zu bereiten. Der Antrittsruf Jesu am Beginn seines öffentlichen Wirkens „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ (Markus 1,15) weist dabei auf die entscheidende Haltung hin. Denn Umkehr, ja neues Denken (vgl. den griechischen Begriff „“Metanoia““) erfordert die Bereitschaft, eine negative Form von Stolz loszulassen, der latente narzisstische Dispositionen verstärkt: „Ich bin eh gut genug, was soll das Gerede vom Besserwerden!“

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Ein Kommentar
  1. Um einen Impuls der Veränderung willkommen zu heißen, hilft eine gewisse Unzufriedenheit mit dem Status quo. Bill Hybels, John Wimber und andere Leitungspersonen, die viel an Veränderung / Entwicklung / Erneuerung bewirken konnten, haben immer wieder darauf hingewiesen.
    Es lohnt sich also als Leitungsaufgabe, die Herausforderungen/Probleme der Gegenwart auch als solche zu benennen. Es darf keine passende Option sein, sich mit dem, wie es ist, zu arrangieren, weil man ja doch nicht so schlecht ist. Der Auszug aus dem Sklavenhaus schildert ja dazu einige Erfahrungen. Oft steht so vor dem Impuls zur ,,Verbesserung“ eine gemeinsame Klärung der desolaten Lage – um Bereitschaft zu wecken, das Abenteuer Innovation zu wagen, weil in dieser schwierigen Jetztsituation wollen, sollen und können wir nicht bleiben.

    Wenn es einen Aufbruchsimpuls gibt, man also mit dem Schiff ,,Gemeinde/Kirche“ einen Kurs eingeschlagen hat, führt Widerstand, ähnlich wie beim Segeln im Gegenwind oft dazu, dass das Schiff noch einmal Fahrt aufnimmt.
    Gerade im Gestalten einer guten Zukunft passt das Bild des Kurshaltens besser als das von Eisenbahnschienen. D.h. es ist ein echtes Abenteuer, und damit auch attraktiv für Menschen, die die Seiten, die ein Abenteuer mit sich bringt, mögen – Stichwort Weggemeinschaft.

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