Mehr Geld - mehr Innovation
Georg Plank

Mehr Geld – mehr Innovation?

Seit ich in meiner Heimatdiözese hauptamtlich tätig war, also seit Ende der 80er Jahre, hieß es sparen, sparen, sparen. Da ich früh auch finanzielle Verantwortung über von mir geleitete Bereiche und Dienststellen wahrnehmen musste, merkte ich diesen Imperativ an ständig sinkenden Budgets. Als ich mir dann in meiner letzten diözesanen Tätigkeit als Leiter der Öffentlichkeitsarbeit alle Finanzzahlen genauer anschauen musste, stellte ich überrascht fest, dass sich die jährlichen Einnahmen immer erhöht hatten, oft sogar über der Inflationsrate. Ohne in Details kirchlicher Vermögensverhältnisse eingehen zu wollen (oder zu können, weil dieses Thema hochkomplex ist), vermute ich, dass die These sinkender Einnahmen in vielen katholischen Diözesen lange Zeit eine Mär war. Sie hatte aber massive Auswirkungen, wie jede lokale Gemeinde oder kategoriale Einrichtung schmerzhaft feststellen musste. Natürlich gibt es Kostentreiber, die eine problematische Dynamik entwickeln können, wie z.B. im Personal- und Baubereich, auf die man im Sinne eines verantwortungsvollen Wirtschaftens reagieren muss. Die Frage ist: Was führt eher zu Innovationen? Zu wenig Geld oder zu viel? Zu wenig Transparenz oder zu viel? Zu wenig Eigenverantwortung oder zu viel?

Aus meiner Sicht könnte eine faktenbasierte kirchliche Finanzpolitik folgende Verbesserungen bringen: Mehr finanzielle Transparenz für alle Beteiligten, mehr Verständnis für tatsächlich notwendigen Kürzungen, mehr Gerechtigkeit in der Verteilung der Mittel, mehr subsidiäre Eigenverantwortung und mehr Motivation, innovative Ideen einzubringen und umzusetzen. Da gibt es viel Luft nach oben.

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Gründer Georg Plank veröffentlicht wöchentlich Impulse für mehr Innovationen in christlichem Spirit und freut sich über zahlreiches Feedback. In Zukunft planen wir weitere Blogs durch unsere Referenten und Ecclesiopreneure.

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2 Kommentare
  1. Zur Bestärkung des Subsidiaritätsgedankens:
    In der Fresh-X Bewegung sind die 3-Selbst sehr wichtig.
    Selbstfinanzierung, Selbstverwaltung und Selbstausbreitung.
    Diese drei Prinzipien sind miteinander verbunden:
    • Selbstverwaltung und Selbstleitung wird durch die Fähigkeit, sich selbst zu finanzieren, erst wirklich möglich;
    • Selbstausbreitung und Multiplikation ist die organische Folge von Selbstverwaltung und Selbstfinanzierung und damit die Probe aufs Exempel.
    Wenn diese Erfahrung aus der Fresh-X-Bewegung stimmt (persönlich leuchtet sie mir ein), wird manche Innovation sich ereignen, wenn die Gruppe, die diesen Prozess trägt, auch sich selbst finanziert, also unabhängig ist von anderen Interessen.

  2. Da gibt es viel Umdenk-, Erneurungs- und Handlungsbedarf!
    Nicht nur in den Diözesen, sondern auch in den Pfarren, Gemeinschaften und Orden:
    Mehr finanzielle Transparenz für alle Beteiligten, mehr Verständnis für tatsächlich notwendigen Kürzungen, mehr Gerechtigkeit in der Verteilung der Mittel, mehr subsidiäre Eigenverantwortung und mehr Motivation, innovative Ideen einzubringen und umzusetzen.

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