Nicht autoritär sein wollen
Georg Plank

Nicht autoritär sein wollen

Ein Grund für Entscheidungsschwäche vor allem im kirchlichen Bereich ist die Scheu vor dem Vorwurf, sich eines autoritären Führungsstils zu bedienen. Im Sinne kollegialer Führung und partizipativer Entscheidungsprozesse ist es Führungskräften wichtig, möglichst viele Beteiligte und Gremien einzubeziehen. Dieses Prinzip der Synodalität entspricht sowohl dem Geist der Erneuerung in reformatorischen Kirchen als auch des II. Vatikanischen Konzils und des aktuellen synodalen Wegs. Aber was tun, wenn der Wunsch nach maximalem Konsens zu problematischen Verzögerungen bis hin zum gefährlichen Stillstand führt? Haben Sie nicht auch schon oft erlebt, dass sich ein Diskussionsprozess redundant, ermüdend und lähmend entwickelt? Übertreibt eine Führungskraft das Beteiligungsprinzip, dann scheut sie sich davor, eine Fragestellung oder einen Diskurs so anzuleiten, dass der Prozess zu einer guten Entscheidung führt. Viele suchen die Balance zwischen zu viel oder zu wenig Beteiligung. Niemand will als autoritär verurteilt werden. So schrecken manche Verantwortungsträger:innen vielleicht auch vor der Verantwortung zurück, weil sie spüren, dass sie zur Rechenschaft gezogen werden könnten, wenn sie tatsächlich steuern, die Richtung vorgeben und sich bewegen. Stillstand erscheint weniger riskant als Fortschritt.

Weitere Artikel

Gründer Georg Plank veröffentlicht wöchentlich Impulse für mehr Innovationen in christlichem Spirit und freut sich über zahlreiches Feedback. In Zukunft planen wir weitere Blogs durch unsere Referenten und Ecclesiopreneure.

Georg Plank·Vor über 0 Jahren ·2 min. Lesedauer
Was stirbt, wenn Kirche stirbt

Was stirbt, wenn Kirche stirbt?

Jahrzehntelang lag der Anteil der Austritte bei den großen Kirchen in Deutschland und Österreich bei etwa einem halben Prozent aller...

Georg Plank·Vor 1 Woche ·2 min. Lesedauer
Ganz einfach: Das wichtigste Gebot

Ganz einfach: Das wichtigste Gebot

Die Frage nach dem wichtigsten Gebot ist ein Lehrbeispiel für konstruktive Vereinfachungen. Im jüdischen Talmud wird bekanntlich die Zahl der...

Georg Plank·Vor 2 Wochen ·2 min. Lesedauer
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben

Das Zitat in der Überschrift stammt zwar nicht, wie viele glauben, vom Präsidenten der UDSSR, Michail Gorbatschow, sondern vom sowjetischen...

Georg Plank·Vor 3 Wochen ·1 min. Lesedauer
Nicht autoritär sein wollen

Nicht autoritär sein wollen

Ein Grund für Entscheidungsschwäche vor allem im kirchlichen Bereich ist die Scheu vor dem Vorwurf, sich eines autoritären Führungsstils zu...

2 Kommentare