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Georg Plank

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Was viele engagierte Menschen in Kirchen frustriert, ist die Tatsache, dass viele Menschen nach punktuellen Kontakten zwar positives Feedback geben, aber dennoch keine dauerhafte Beziehung entsteht. Zum Beispiel gelingt es bei der Firmung beziehungsweise Konfirmation, vielen Jugendliche und deren Familien eine positive Kirchenerfahrung zu ermöglichen. Viele sind überrascht, wie lebensnah und kompetent seelsorgliche Arbeit vielfach ist. Und sie bedanken sich auch herzlich dafür. Ich vergleiche das gerne mit dem Erwerb des Führerscheins. Junge Menschen besuchen eine Fahrschule ja, weil dies auf dem Weg zum eigenen Führerschein verpflichtend ist. Niemand käme auf die Idee, nach der Prüfung die Fahrschule immer wieder zu besuchen, egal, wie toll diese auch gearbeitet hat. Genau mit diesem Mindset absolvieren viele Kirchenmitglieder die Vorbereitung zu Firmung oder Konfirmation. Wenn das Fest vorüber ist, sehen sie keinen Grund mehr, wieder zu kommen.

Wie könnte eine Linderung dieses Problems aussehen? Positive Erfahrungen haben wir bei unseren Gemeindevitalisierungskursen damit gemacht, bereits parallel zur Vorbereitungsphase eine geeignete Form der medialen Kommunikation aufzubauen. Dabei müssen die Inhalte natürlich als positiv empfunden werden, auch eine gewisse Regelmäßigkeit erhöht das Gefühl der Bindung und des Kontakts.

Wenn nun der persönliche Kontakt nach der Feier zurückgeht oder ganz aufhört, kann durch die mediale Kommunikation dennoch weiter eine Beziehung gepflegt werden. Wichtig ist einerseits die Parallelität während der Vorbereitung und andererseits die innere Haltung, sich mit dem Fortbestand der medialen Beziehung zufriedenzugeben.

Wie schon erwähnt, wird man sich bestimmt freuen, wenn dadurch auch der eine oder andere persönliche Kontakt oder sogar ein aktives Engagement entstehen. Dies sollte man jedoch nicht als Zweck anstreben, sondern als Geschenk dankbar annehmen.

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Gründer Georg Plank veröffentlicht wöchentlich Impulse für mehr Innovationen in christlichem Spirit und freut sich über zahlreiches Feedback. In Zukunft planen wir weitere Blogs durch unsere Referenten und Ecclesiopreneure.

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