Warm oder kalt
Georg Plank

Warm oder kalt?

Im letzten Blog hatte ich vorgeschlagen, persönliche Kontakte im kirchlichen Bereich zu nutzen, um Menschen einzuladen, auch medial in Beziehung zu bleiben. Formal ist das notwendig, weil Zustimmungserklärungen Voraussetzung für die Zusendung von Newslettern etc. sind. Richtig gemacht wirkt dabei eine freundliche persönliche Einladung stärker als eine schriftlich übermittelte. Denn die Kombination von direkter mit medialer Kommunikation ist ein wichtiger Erfolgsfaktor – „warm“ statt „cold“ nennt man das im Marketing.

Funktionieren kann das allerdings nur dann, wenn das Bewusstsein für die Bedeutung medialer Kommunikation und Beziehungspflege geweckt und gestärkt wird. Da herrscht massiver Aufholbedarf. Ob haupt- oder ehrenamtliche Mitarbeiter:innen, ob pastoral oder administrativ tätig, die Menschen müssen die Bedeutung guter Beziehungspflege und Kommunikation zu ihrem eigenen Anliegen machen. Motivierende Schulungen sind unerlässlich, damit die Umsetzung kompetent und wirkungsvoll gelingt. Statt nur darauf fixiert zu sein, ob und wie viele Besucher:innen zu Veranstaltungen kommen, braucht es eine mentale Drehung, die Bibel nennt es Umkehr, ja eine herzliche Zu-Wendung zu den konkreten Menschen. Primär geht es nicht mehr um eine „Komm-zu-uns-Kirche“, sondern um ein Beziehungsangebot, das regelmäßig und empathisch für beide Seiten als bereichernd erlebt wird.

Natürlich freut man sich, wenn auf Basis gelungene medialer Kommunikation mehr Menschen tatsächlich kommen und sich vielleicht sogar aktiv am kirchlichen Leben beteiligen. Aber dieser Nebeneffekt sollte als Geschenk empfunden und nicht als Zweck angestrebt werden.

Außer der Präsenz von Kirche in Pfarrgemeinden bieten auch Bildungseinrichtungen, Schulen, Krankenhäusern oder Sozialeinrichtungen viele persönliche Gelegenheiten, um Menschen einzuladen, mediale Beziehungsangebote wahrzunehmen und sich dafür anzumelden. Solche Einladungen sind oft auch Türöffner für weiterführende Gespräche, was gerade fernstehende oder kritische Menschen als genuines Interesse und herzliche Empathie erleben können.

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Gründer Georg Plank veröffentlicht wöchentlich Impulse für mehr Innovationen in christlichem Spirit und freut sich über zahlreiches Feedback. In Zukunft planen wir weitere Blogs durch unsere Referenten und Ecclesiopreneure.

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