Zu fleißig
Georg Plank

Zu fleißig?

Wie oft haben sie faule Menschen erlebt? Und wie oft passiert es, dass Menschen zu fleißig sind? In unserer Leistungsgesellschaft scheint die zweite Frage paradox zu sein, denn auch wenn jüngere Generationen sich zunehmend dem übertriebenen Leistungsethos älterer Menschen verweigern, gilt Fleiß nach wie vor als erstrebenswert und wird sozial belohnt und bewundert. Wie uns das Wertequadrat von Schulz von Thun lehrt, kippt jedoch oft das Gute durch Übertreibung ins Negative. Fleiß ist gut, aber zu viel Fleiß?

Die Übertreibung von Fleiß und Leistungsbereitschaft führt nicht nur leicht zu Überlastungssyndromen mit massiven gesundheitsgefährdenden körperlichen und seelischen Problemen. Sie wirkt außerdem auf potentiell Engagierte oft abschreckend nach dem Motto: Ich will schon etwas tun, aber nicht so viel!

Bei zu fleißigen Menschen beobachten wir nicht selten Unzufriedenheit, Unfreundlichkeit und Unruhe. Sie finden kaum Zeit für echte Muße, also zweckfreie Zeiten des unbekümmerten Daseins, wie es Kinder uns lehren können. Solche Zeiten sind aber unerlässlich für Ausgeglichenheit, Kreativität und Innovation.

Immer wieder empfehle ich fleißigen Menschen, ihre Arbeiten in kleinere Pakete zu portionieren und so handhabbarer zu machen. Wenn eine Einrichtung zum Beispiel einen Newsletter machen will, lassen sich leichter Mitwirkende finden, wenn es heißt: Wer kann gute und lesbare Texte verfassen? Wer kann fotografieren? Wer kann layouten? Wer kann eine Datenbank aufbauen und/oder verwalten? Wer kennt sich mit Datenschutz aus und entwickelt das An- und Abmeldesystem? Wer ist gut vernetzt und sammelt Ideen, Inhalte und Angebote?

Fallen Ihnen Beispiele aus Ihrem Bereich ein, wo sich klassische Arbeitsteilungen bewährt haben?

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Georg Plank·Vor 2 Wochen ·2 min. Lesedauer
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