Gott dröhnt im Sandkorn
Georg Plank

Gott dröhnt im Sandkorn

„Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus.“ (Mk 6, 31)

Alle Religionen kennen Stille und Schweigen zur Erfahrung des Göttlichen. Im Buch der Weisheit steht: „Als tiefstes Schweigen alles umfing und die Nacht bis zur Mitte gelangt war, da sprang dein all-mächtiges Wort vom Himmel.“ (Weish 18, 14)

Und der spanische Mystiker Johannes vom Kreuz interpretiert dies: „Nur ein Wort hat der Vater gesprochen, und das war sein Sohn; und er spricht es immerdar im ewigen Schweigen, und im Schweigen muß es von der Seele gehört werden.“

Im Schweigen das Göttliche hören. Wenn ich nicht alljährlich ein paar Wochen der Stille und des Schweigens habe, verwelke ich.

Eigenartige Übereinstimmungen: Der alttestamentliche Beter, der „im Angesicht Jahwes schweigt“, der Moslem, der in Ehrfurcht vor Allah stumm wird, der Hindu und Buddhist, die in die Unsäglichkeit des Tiefsten und Stillsten fallen: absichtslose Offenheit des Herzens, damit das Göttliche Raum hat.

In der Wüste hörte ich einmal in der fast vollkommenen Stille das Rollen eines Sandkorns. Ich brüllte vor Freude, denn ich wußte nun, weshalb die Propheten in die Einsamkeit der Wüste gingen: Gott selbst rollte im Sandkorn. Und er dröhnte.

Quelle: Josef Fink: Gott im Alltag, S.180, Weishaupt Verlag, vgl. https://www.weishaupt.at/?area=1&x=5&y=12&s=Josef+Fink

Impuls: Wie könnte ich in meinem Alltag einen kleinen Ort und eine kurze Zeit der Stille schaffen?

 

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