Georg Plank·Vor 2 Tagen ·3 min. Lesedauer
Fragen zum Umgang mit Komplexität
Oft fühlen sich Menschen überfordert, wenn betont wird: Alles ist komplex! Gerade Praktiker:innen mit begrenzter Zeit für die Rezeption wissenschaftlicher...
Noch nie war der Verbrauch von Ressourcen so groß wie heute. Nicht nur, weil die Menschheit in den letzten 200 Jahren fast exponentiell von 1 auf mittlerweile 8 Milliarden gewachsen ist, sondern auch weil der Pro-Kopf-Verbrauch zugenommen hat.
Der berühmte erste Bericht des Club of Rome über die Grenzen des Wachstums ist zwar nicht 1:1 so eingetroffen wie prognostiziert, hat aber das Bewusstsein über die Endlichkeit und Begrenztheit vieler natürlicher Ressourcen geweckt.
Heute wissen wir, dass umweltfreundliches Verhalten mit einer grundsätzlichen Frage beginnt: Brauche ich ein Produkt oder eine Dienstleistung wirklich? Kann ich den dafür notwendigen Ressourcenverbrauch verantworten? Könnte ich nicht alternativ etwas Gebrauchtes reparieren oder upcyceln?
Allein damit könnte man unnötigen Ressourcenverbrauch eindämmen. Denn natürlich benötigen alle lebenden Systeme Ressourcen, individuell und kollektiv, auch Kirchen und Religionsgemeinschaften.
Im deutschen Sprachraum wird den verfassten Kirchen, vor allem der katholischen Kirche, enormer Reichtum nachgesagt. Tatsächlich verfügen einige Bistümer über milliardenschwere Vermögen und Rücklagen. Es gibt Ordensgemeinschaften mit beträchtlichen Grund- und Immobilienbesitz. Und Diözesen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz haben so viele Angestellte, dass die meisten anderen Länder sowohl in Europa als auch in Ländern des Südens schier vor Neid erblassen.
Caritas und Diakonie können mit Fug und Recht als Sozialkonzerne betrachtet werden, haben sie doch mehr Mitarbeiter:innen als die größten Industriekonzerne in Deutschland!
Was klar ist: Auch kirchliche Organisationen brauchen für ihre Arbeit wirtschaftliche Grundlagen. Nur so können sie ihre Dienste in der Gesellschaft und für alle Menschen leisten.
Was meint dann Papst Franziskus, wenn er seit seiner ersten Pressekonferenz von einer „armen Kirche für die Armen“ spricht? Die darauffolgenden kontroversiellen Debatten werden im Buch „Arme Kirche – Kirche für die Armen: ein Widerspruch?“ der Jesuiten Jörg Alt und Klaus Väthröder thematisiert.
Eine wesentliche Frage ist: Was könnte „Ressourcen und deren Verbrauch“ in Analogie bedeuten?
Welche „Ressourcen“ sind für Kirchen die wichtigsten, die unbedingt notwendigen, weil absolut identitätsstiftenden? Was lässt sich dazu vom Vorbild vieler Kirchen des Südens lernen?
Die theologische Antwort verweist auf Gott selbst, der sich in Jesus Christus geoffenbart hat und der Kirche Seinen Geist geschenkt hat. Für die menschlich-organisationale Gestalt der Kirche sind wohl die Menschen die zentrale Ressource, die in der Nachfolge Jesu als Jünger und Jüngerinnen Kirche und Gesellschaft mitgestalten, sich engagieren und durch „trial and error“ immer intensiver in das Geheimnis der Botschaft eintauchen, die uns vom Herrn anvertraut wurde.
Gründer Georg Plank veröffentlicht wöchentlich Impulse für mehr Innovationen in christlichem Spirit und freut sich über zahlreiches Feedback. In Zukunft planen wir weitere Blogs durch unsere Referenten und Ecclesiopreneure.
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