Bei Sabotage die spirituelle Dimension nicht vergessen_Goethit
Georg Plank

Bei Sabotage: Die spirituelle Dimension nicht vergessen

In kirchlichen Kontexten hat der Umgang mit Widerstand auch eine spirituelle Dimension. Kern christlicher Theologie ist die Inkarnation, also die Menschwerdung Gottes. So wie Gott in Jesus ganz Mensch geworden ist – und nicht etwa nur einen Scheinleib angenommen hat – so sind auch kirchliche Organisationen ganz geschöpflich. Menschliches und Göttliches, Materielles und Geistiges sind zwei Dimensionen einer Wirklichkeit (vergleiche die dogmatische Konstitution über die Kirche, Lumen Gentium 8).

Wenn Sie dieser Dimension gerecht werden wollen, können folgende Aspekte dabei hilfreich sein:

  1. Gemeinsames Gebet: Suchen Sie im Gebet nach Klarheit und der Führung des Heiligen Geistes. Selbst wenn nicht alle an einem Tisch sitzen können – das Gebet füreinander kann Brücken bauen.
  2. Unterscheidung der Geister: Nicht jeder Widerstand ist destruktiv, und nicht jede Innovation ist vom Geist Gottes inspiriert. Die ignatianische Tradition der „Unterscheidung der Geister“ kann helfen, Klarheit zu gewinnen. Unsere turbulente Zeit ist reif für geistvolle Innovation – und manchmal auch für geistvolles Innehalten und Versöhnen.
  3. Versöhnungsbereitschaft: Halten Sie die Tür zur Versöhnung immer offen. Widerstehen Sie der Versuchung nach Vergeltung oder Rache! Halten Sie auch die andere Backe hin und durchbrechen Sie so die Spirale von Gewalt mit liebevoller Stärke!
    In unserer christlichen Tradition gibt es einen reichen Schatz an Wegen zur Versöhnung, die auch in organisationalen Konflikten hilfreich sein können.

Wenn es um Sabotage geht, ist aber auch Prävention besonders wichtig, weil Sie so oft destruktiven Widerstand von vornherein vermeiden können. Man könnte sagen: Besser als jede Intervention ist die Prävention, damit es erst gar nicht zu diesen für alle belastenden Situationen kommt.

Folgende Maßnahmen können helfen, destruktiven Widerstand gar nicht erst entstehen zu lassen:

  1. Partizipative Prozessgestaltung: Beziehen Sie von Anfang an möglichst viele Betroffene in Veränderungsprozesse ein. Menschen, die mitgestalten können, entwickeln weniger Widerstand.
  2. Transparente Kommunikation: Kommunizieren Sie offen über Ziele, Wege und auch Unsicherheiten. Nichts nährt Misstrauen mehr als das Gefühl, nicht alle Informationen zu erhalten.
  3. Respekt für das Bestehende: Würdigen Sie, was bisher war und ist. Innovation, die das Bestehende pauschal abwertet, provoziert Widerstand.
  4. Raum für Bedenken schaffen: Etablieren Sie Formate, in denen Sorgen und Kritik offen geäußert werden können, ohne dass dies als illoyales Verhalten gewertet wird.
  5. Gemeinsame Werte betonen und selbst vorleben: Erinnern Sie immer wieder an die gemeinsamen Werte und Ziele, die trotz unterschiedlicher Ansichten verbinden.

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Gründer Georg Plank veröffentlicht wöchentlich Impulse für mehr Innovationen in christlichem Spirit und freut sich über zahlreiches Feedback. In Zukunft planen wir weitere Blogs durch unsere Referenten und Ecclesiopreneure.

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