Ernährung – Mittel zum Leben
Georg Plank

Ernährung – Mittel zum Leben

Einen enormen Anteil an der Klimakrise hat die Nutzung natürlicher Ressourcen für die Ernährung der mittlerweile mehr als 8 Milliarden Menschen, v.a. die durch die profitfokussierte Agroindustrie verursachten Probleme. Der extreme Fleischkonsum, der Einsatz schädlicher Pestizide und Kunstdünger, Biodiversität gefährdende Monokulturen oder verschwenderischer Umgang mit Wasser werfen große Fragen auf und bedürfen dringend neuer Denkweisen und Handlungsansätze.

Die Analogie, die mir dazu in den Sinn kommt, ist die Frage der geistigen Ernährung, für die gemeinhin Religionen und spirituelle Traditionen zuständig sind.

„Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt“, dieses biblische Axiom macht deutlich, dass es Lebensmittel für den ganzen Menschen braucht, für Körper, Geist und Seele sozusagen.

Viele drängende Probleme der globalen Menschheit haben eine Wurzel bestimmt darin, dass es in der dominant kapitalistischen Logik kaum Platz gibt für transzendente und spirituelle Dimensionen. Materieller Reichtum gepaart mit geistiger Verkümmerung und geistlicher Verarmung ist eine katastrophale Kombination mit selbstverstärkenden Effekten.

Die Frage ist, ob Kirchen und Religionsgemeinschaften in ihren heutigen Ausprägungen den Hunger nach dem göttlichen Leben, in christlicher Ausprägung nach dem personalen Gott, stillen.

Bei allen guten und heilvollen Vollzügen gibt es auch Abläufe und Prozesse, die dysfunktional geworden sind und dennoch unhinterfragt weiter betrieben werden.

Als junger Mensch ist mir zum Beispiel aufgefallen, dass viele meiner Freunde, die Jahre in katholischen Internaten verbracht hatten, zu dezidierten Kirchenfeinden geworden waren. Was immer die Gründe dafür waren, aber ich wunderte mich darüber, denn ich erwartete genau das Gegenteil. Heute weiß ich, dass die Ursachen nicht nur in den fürchterlichen Missbrauchsfällen zu suchen sind, sondern zum Beispiel auch in Formen schwarzer Pädagogik. Und bei manchen hat die Art und Weise, wie Glaube praktiziert wurde, ihre Sehnsucht nach Gottesbeziehung weder beantwortet noch mögliche Wege der persönlichen Verwirklichung aufgezeigt.

Der soeben publizierte Film „Zwischen uns Gott“ der in Wien lebenden Regisseurin Rebecca Hirneise thematisiert ebenfalls diese Problematik. Sie kehrt in ihre süddeutsche Heimatstadt Mühlacker zurück und trifft dort ihre ihr fremd gewordene evangelischen Familie. Nach Jahren der Distanz, in denen der Glaube zur familiären Belastungsprobe wurde, sucht sie den Dialog mit ihren Familienmitgliedern. Hirneise, selbst Agnostikerin, geht der Frage nach, „wie sich die unterschiedlichen Glaubensausrichtungen auf die zwischenmenschlichen Beziehungen auswirken“. In intimen Nahaufnahmen, Gesprächsrunden und Erinnerungen erzählt der von Ruth Beckermann produzierte Film von tiefen Glaubenskonflikten im familiären Mikrokosmos.

Was verstört: Gerade die Religion war ausschlaggebend für die Regisseurin, sich von ihrer Familie zu distanzieren: „Ich habe mich vor allem innerlich völlig distanziert und besonders das Missionarische seitens meiner Großeltern und mancher Onkel und Tanten nicht ausgehalten“, erklärte sie in einem Interview.

Alle Forschungen im Rahmen von Pastoralinnovation bestätigen die These, dass Kirchen und Gemeinschaften Zukunft haben, die ihre Botschaft vom Heil, von Rettung, von Erlösung glaubhaft leben und erleben lassen. Das ist die wichtigste Ressource: „Alle, die ihn berührten, wurden geheilt“ (Markus 6,56)

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Gründer Georg Plank veröffentlicht wöchentlich Impulse für mehr Innovationen in christlichem Spirit und freut sich über zahlreiches Feedback. In Zukunft planen wir weitere Blogs durch unsere Referenten und Ecclesiopreneure.

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