Georg Plank·Heute ·4 min. Lesedauer
Vom „Kubuqi Model“ lernen – die Wüste wird zum Garten
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Das Beispiel der niederländischen Agrar-Innovationen, insbesondere getrieben durch das Ökosystem rund um die Universität Wageningen, lässt sich faszinierend auf die Transformation kirchlicher Organisationen übertragen. Kirchen stehen heute weltweit vor ähnlichen Herausforderungen wie die niederländische Landwirtschaft vor einigen Jahrzehnten: Ressourcenknappheit, schwindende Relevanz im traditionellen Raum und die Notwendigkeit, sich auf völlig neuem Terrain zu behaupten.
Rund um die Universität Wageningen & Research (WUR) in den Niederlanden – oft als das Herz des globalen „Food Valley“ bezeichnet – hat sich ein hochentwickeltes und dynamisches Innovations-Ökosystem formiert. Mit dem Start der neuen „Campus-Vision 2025–2040“ und dem aktuellen Strategieplan (2025–2028) vollzieht das Ökosystem einen massiven Wandel: Der Fokus rückt weg von der reinen Ansiedlung von Firmen hin zu radikaler Vernetzung, digitaler Transformation und offener Wissenschaft.
Während in den letzten 15 Jahren der Fokus darauf lag, Firmen überhaupt erst nach Wageningen zu holen, setzt die neue Strategie bis 2040 auf extreme Flexibilität. Es werden temporäre Arbeitsplätze, Co-Working-Zonen für NGO-Vertreter:innen, internationale Forscher:innen und politische Entscheidungsträger:innen geschaffen.
Hier sind vier Kernlektionen, die kirchliche Führungskräfte vom „Wageningen-Mindset“ lernen können:
Die Niederlande haben gelernt, mit minimalen Ressourcen (Fläche, Wasser) maximalen Ertrag und Sinn zu generieren – durch punktgenaue Steuerung.
In den Niederlanden wird an kultiviertem Fleisch geforscht. Das Ziel ist nicht, das Konzept „Fleisch“ abzuschaffen, sondern dessen Herstellung radikal zu verändern, um den Planeten zu schonen.
Der Erfolg von Wageningen basiert auf dem Golden Triangle: Der radikalen Zusammenarbeit von Wissenschaft/Forschung, Wirtschaft/Praxis und Politik/Staat. Niemand arbeitet im Silo, abgeschottet und solipsistisch.
Die Niederlande exportieren keine Traditionen, sondern Lösungen für globale Probleme wie Hunger oder Platzmangel. Sie fragen sich: „Welches Problem der Welt müssen wir heute lösen?“ und nicht „Wie haben wir das vor 50 Jahren gemacht?“
Fazit für die Praxis:
Die Niederlande haben bewiesen, dass Kleinheit und Dichte kein Hindernis für globale Strahlkraft sind, wenn man bereit ist, Technologie, Innovation und agiles Denken zuzulassen. Für kirchliche Führungskräfte bedeutet das: Mut zum Experiment, Abschied von der Gießkannen-Ressourcenpolitik und die Erlaubnis, dass Kirche an unerwarteten Orten völlig neu wachsen darf.
Erkennen Sie in Ihren eigenen kirchlichen Strukturen bereits Ansätze für ein solches „Labor-Denken“, oder überwiegt noch die Angst vor dem Kontrollverlust?
Gründer Georg Plank veröffentlicht wöchentlich Impulse für mehr Innovationen in christlichem Spirit und freut sich über zahlreiches Feedback. In Zukunft planen wir weitere Blogs durch unsere Referenten und Ecclesiopreneure.
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