Georg Plank·-1 ·4 min. Lesedauer
Vom „Kubuqi Model“ lernen – die Wüste wird zum Garten
In der Kubuqi-Wüste in der Inneren Mongolei wird ein weltweit führendes Modell für die Kombination von Solarenergie, Wüstenbekämpfung und lokaler...
In der Kubuqi-Wüste in der Inneren Mongolei wird ein weltweit führendes Modell für die Kombination von Solarenergie, Wüstenbekämpfung und lokaler Armutsbekämpfung umgesetzt. Dieses „Kubuqi Model“ ist Teil des gigantischen „Great Solar Wall“-Projekts in China.
Ziele des Projekts
Detaillierte Umsetzung als Drei-Schichten-Modell:
Gemeinsam mit dem chinesischen Privatunternehmen Elion Resources Group und staatlichen Stellen wurden dafür spezielle Wasserdruck-Pflanztechniken entwickelt. Ein Setzling wird innerhalb von zehn Sekunden mit einem Wasserstrahl tief im Dünenboden verankert, ohne die empfindliche Krume zu zerstören.
Die Einbindung der Bevölkerung war bei diesem Modell stärker als im zentralgesteuerten China üblich. Man setzte auf ein wirtschaftliches Anreizmodell. Hirt:innen verpachteten ihr unnutzbares Wüstenland. Viele lokale Bewohner:innen wurden für das Montieren der Paneele, das Bepflanzen und die Wartung geschult und bezahlt. Außerdem wurden Kooperativen für die Viehzucht oder den Anbau von Medizinalpflanzen (Süßholz) unter den Anlagen gegründet.
Messbare Erfolge
Misserfolge & Rückschläge
Was können kirchliche Führungskräfte vom „Kubuqi Model“ lernen?
In Kubuqi dient dieselbe Fläche gleichzeitig der Energiegewinnung, dem Klimaschutz, der Landwirtschaft und der Arbeitsplatzschaffung. Kirchliche Räume und Güter werden oft rein monofunktional genutzt. Führungskräfte sollten Räume und Ressourcen konsequent auf Mehrfachnutzung prüfen. Ein Gemeindehaus könnte etwa tagsüber ein Coworking-Space sein, abends Bildungs- und Begegnungsort und zugleich auf dem Dach grüne Energie erzeugen.
Erfolgreich wurde Kubuqi nicht durch Appelle, sondern weil die lokale Bevölkerung wirtschaftlich direkt profitierte. Analog darf Engagement in Kirchen keine reine Aufopferung sein. Wenn ehrenamtliche oder zivilgesellschaftliche Partner in kirchliche Projekte eingebunden werden, müssen Win-Win-Situationen entstehen. Z. B.: Soziale Start-ups erhalten günstige Räume und unterstützen im Gegenzug die Gemeindearbeit.
Das Projekt stoppte nicht nur den Verfall in Form von Wüstenbildung, sondern kehrte ihn in einen produktiven Zustand um. Dagegen erschöpft sich kirchliches Handeln oft im Verwalten des Rückgangs. Die spannende Frage – auch aus theologischer Perspektive – ist: Wie kann man von einer defensiven Mangelperspektive zu einer regenerativen Entwicklungsperspektive wechseln, sprich: Wo und wie können aus Wüsten wieder blühende Gärten werden?
Gründer Georg Plank veröffentlicht wöchentlich Impulse für mehr Innovationen in christlichem Spirit und freut sich über zahlreiches Feedback. In Zukunft planen wir weitere Blogs durch unsere Referenten und Ecclesiopreneure.
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