Georg Plank

Qualitäten und Kompetenzen: Was heute gebraucht wird

Der qualitative Aspekt des Nachwuchsmangels zeigt sich in einer wachsenden Diskrepanz zwischen den Anforderungen kirchlicher Gemeindearbeit und den Kompetenzen der Bewerbenden. Aktuelle Studien zum Berufswahlprozess von Theologiestudierenden zeigen allerdings ein differenziertes Bild – jenseits defizitorientierter und pessimistischer Diagnosen.

Viele Interessent:innen bringen heute hohe soziale Kompetenzen, überdurchschnittliche digitale Affinität und zumindest gewisse Projektmanagementfähigkeiten mit. Was oft fehlt, sind theologische Tiefe, liturgische-rituelle Kompetenz und die Fähigkeit, Menschen und Prozesse spirituell zu begleiten. Umgekehrt verfügen theologisch gut ausgebildete Kandidat:innen häufig nicht über die kommunikativen und organisatorischen Fähigkeiten, die moderne Gemeindearbeit erfordert. Alle diese Aspekte müssen Beachtung finden, damit die Chancen genutzt und Gefahren reduziert werden können.

Zentrale Kompetenzfelder, die heute vor allem in der pastoralen Gemeindearbeit gebraucht werden:

  • Theologische Grundkompetenz: Fähigkeit zur Glaubenskommunikation in säkularer Umgebung, vor allem in verständlicher Sprache, alltagsrelevanten Ritualen und beziehungsorientierten Haltungen
  • Innovationsfähigkeit: Bereitschaft und Kompetenz, traditionelle Aktivitäten zeitgemäß und fruchtbringend zu erneuern, und darüber hinaus auch neue Wege zu gehen, kreativ zu experimentieren und von gelungenen Beispielen aus anderen Bereichen zu lernen
  • Teamfähigkeit: Zusammenarbeit in und Leitung von multiprofessionellen pastoralen Teams, sowohl mit haupt- als auch mit ehrenamtlichen Kolleg:innen bei guter Kenntnis der eigenen Fähigkeiten und der Kompetenzen der anderen, Offenheit für konstruktiv-kritisches Feedback und konsequentem Aufbau einer motivierenden Teamkultur
  • Digitale Kompetenz: Zielgerichtete Nutzung moderner Kommunikationsmittel für den Aufbau dauerhafter, positiver und dialogischer Beziehungen mit möglichst vielen Menschen, gerade auch mit denen, die Mitglieder sind, aber selten oder nie „kommen“.
  • Resilienz: Offenheit für die Chancen und Grenzen des strukturellem Wandels, systemisches Verständnis, positiver Umgang mit Frustration, Rückschlägen und Widerständen – all das auf dem Fundament einer tragfähigen, persönlichen spirituellen Glaubenspraxis.

 

Die Herausforderung für kirchliche Personalentwicklung liegt darin, diese Kompetenzen systematisch zu fördern – zum Beispiel durch gezielte Aus- und Weiterbildung, wirkungsvolle Mentoring-Programme und eine dialogstarke Kultur des gemeinsamen Lernens.

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Gründer Georg Plank veröffentlicht wöchentlich Impulse für mehr Innovationen in christlichem Spirit und freut sich über zahlreiches Feedback. In Zukunft planen wir weitere Blogs durch unsere Referenten und Ecclesiopreneure.

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