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Vom Ant Forest-Projekt lernen
Das „Ant Forest-Projekt“ gilt weltweit als eines der erfolgreichsten Beispiele für „Digital-Gamified Reforestation“. Es wurde im August 2016 vom chinesischen...
Das „Ant Forest-Projekt“ gilt weltweit als eines der erfolgreichsten Beispiele für „Digital-Gamified Reforestation“. Es wurde im August 2016 vom chinesischen Fintech-Riesen Ant Group / Alipay gestartet und zeigt eindrucksvoll, wie Verhaltenspsychologie, Big Data und Gamification, also spielerische Anreize, kollaborative ökologische Wirkung entfalten können.
Ant Forest verfolgte von Beginn an eine zweifache Strategie:
Ökonomisch profitierte man von der Plattform-Kundenbindung: Neben dem Umweltziel war Ant Forest für Alipay ein profitables Instrument, um die tägliche App-Nutzungsdauer massiv zu steigern.
Ant Forest basiert auf dem Kreislauf „virtuelles Handeln – reale Auswirkung“.
Energiepunkte-Mechanismus: Jede nachhaltige Alltagshandlung wird anhand von Algorithmen in eine konkrete Gramm-Anzahl „Grüne Energie“ umgerechnet: 10.000 Schritte gehen ergibt 200 Gramm Energie; oder ein Papierticket im Bus sparen ergibt 80 Gramm; oder durch digitale Betriebskostenabrechnung Papier sparen bekommt man 260 Gramm etc.
Das digitale Wachstum: Die gesammelten Punkte fließen in einen virtuellen Baum auf dem Smartphone.
Reale Umsetzung: Ist der virtuelle Baum ausgewachsen (je nach Baumart erfordert dies 18 bis 150 kg grüne Energie), lösen die Nutzer:innen ein Zertifikat ein. Alipay finanziert daraufhin zusammen mit Partner-NGOs das Pflanzen eines realen Baumes in Nordwest-China und versieht diesen mit einer individuellen ID.
Der Erfolg beruhte maßgeblich auf clever integrierten Gamification- und Social-Engineering-Elementen, die zur Einbindung der Bevölkerung führten. Der spielerische Aspekt war und ist entscheidend für die hohe Beteiligung! Nutzer:innen sehen auch die Bäume ihrer Freund:innen in ihrer Kontaktliste. Sie können Freund:innen Energiepunkte „stehlen“ oder gemeinsame Familienstamm-Bäume/Partnerbäume pflanzen.
Transparenz & Live-Feedback: Über Satellitenbilder in Kooperation mit Raumfahrtbehörden und Echtzeit-Kameras vor Ort können Nutzer:innen per App zuschauen, wie ihre gepflanzten Bäume in der Wüste wachsen. Für jeden gepflanzten Baum erhalten die Nutzer:innen ein virtuelles Zertifikat mit GPS-Koordinaten. Dieses lässt sich in sozialen Medien teilen.
Messbare Erfolge
Misserfolge & Kritikpunkte
Anregungen für kirchliche Führungskräfte
Kirchliche Institutionen in stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie Umweltinitiativen: Wie schafft man es, von der abstrakten Ethik („Bewahrung der Schöpfung“) den Sprung zur konkreten, freudvollen Alltagspraxis zu schaffen?
Ant Forest zeigt, dass Engagement für das Gute nicht nur aus Einsicht entsteht, sondern aus Beziehung, Feedback, Sichtbarkeit und Freude. Gutes tun darf Spaß machen und lustig sein!
Gründer Georg Plank veröffentlicht wöchentlich Impulse für mehr Innovationen in christlichem Spirit und freut sich über zahlreiches Feedback. In Zukunft planen wir weitere Blogs durch unsere Referenten und Ecclesiopreneure.
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