Georg Plank

Vom „Grain-for-Green“-Programm lernen

Das chinesische „Grain-for-Green“-Programm ist Teil eines der weltweit größten ökologischen Aufforstungs- und Kompensationsprojekte. In den letzten 40 Jahren wurden in China über 30 Millionen Hektar Land (eine Fläche fast so groß wie Deutschland) aufgeforstet oder renaturiert, am Beginn u.a. mithilfe internationaler Expert:innen aus Deutschland und Schweden. China ist somit eines der wenigen Länder, in denen die Waldfläche wächst – ein wesentlicher Bestandteil im Kampf gegen den Klimawandel.

Im Rahmen dieses Programms erhielten über 32 Millionen Haushalte Direktzahlungen oder Subventionen als Ausgleich für den Verzicht auf intensive, nicht ökologische Landwirtschaft.

Auslöser waren unter anderem verheerende Überschwemmungen etwa am Yangtze und extreme Dürre am Gelben Fluss, die durch massive Entwaldung und Bodenerosion an steilen Hängen verschärft wurden. Hauptziel war daher, die Bodenerosion zu stoppen, Schutz vor Überschwemmungen zu gewährleisten, die Wüstenbildung zu verlangsamen und ländliche Armut zu mindern.

Durchführung & Einbindung der Bevölkerung

  • Inzentivierung: Bauern und Bäuerinnen erhielten Getreide- und spätere Geldzahlungen sowie Steuernachlässe, wenn sie ertragsarmes, steiles Ackerland stilllegten und aufforsteten.
  • Transformation der Arbeitskräfte: Durch den Verzicht auf unprofitable Landwirtschaft konnten Familienmitglieder in andere Sektoren wechseln.
  • Prototypen und Skalierung: Nach Auswertung der anfänglichen Versuche wurde das Programm ausgeweitet und erreicht heute über 120 Millionen Menschen in 25 Provinzen.

Anregungen für kirchliche Führungskräfte

Kirchliche Institutionen und Träger in Deutschland, Österreich und der Schweiz verwalten riesige Grund- und Immobilienbesitze sowie umfangreiche Finanzmittel. Aus dem Modell ergeben sich konkrete Anregungen:

  1. Schöpfungsverantwortung auf Kirchengrund forcieren: Grund in kirchlicher Trägerschaft soll noch konsequenter nach ökologischen Kriterien (z. B. Biodiversitätsstreifen, Aufforstung, ökologische Bewirtschaftung) verpachtet werden.
  2. Finanzielle Anreizsysteme für ökologische Gemeinden verstärken: Im Geiste der Umweltenzyklika „Laudato sii“ von Papst Franziskus sollen aus „Schöpfungsfonds“ auf Diözesan-/Landeskirchen- oder Ordensebene finanzielle Unterstützungen an Kirchengemeinden gezahlt werden, wenn sie Flächen entsiegeln, Waldstücke naturnah umbauen oder bei Baumaßnahmen ökologisch wertvolle Varianten bevorzugen.
  3. Partizipation und Befähigung vor Ort stärken: Gemeindemitglieder und Ehrenamtliche haben oft viele Ideen zur ökologischen Transformation in ihren Gemeinden und sollen aktiver eingebunden werden, um lokale Identifikation und Bewusstseinsbildung zu stärken.

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Gründer Georg Plank veröffentlicht wöchentlich Impulse für mehr Innovationen in christlichem Spirit und freut sich über zahlreiches Feedback. In Zukunft planen wir weitere Blogs durch unsere Referenten und Ecclesiopreneure.

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