Worin ich meine Berufung sehe
Georg Plank

Worin ich meine Berufung sehe und wie ich sie fokussierter leben möchte

Heute, am Ende der aktuellen Blogstaffel, frage ich mich, ob und wie sich angesichts der beschriebenen Veränderungen meine Berufung geändert hat. Würde ich nochmals diesen Schritt setzen, den ich vor über 10 Jahren wagen durfte? Würde ich aus heutiger Sicht einen ganz anderen Fokus einnehmen? Würde ich nach wie vor so stark in und für Kirchen arbeiten oder meine Energie anderen, erfolgversprechenderen Projekten zuwenden?

Ganz klar ist für mich, dass ich weder die damalige Entscheidung noch den bisherigen Weg bereue. Im Gegenteil, ich bin zutiefst dankbar dafür, für die guten und für die schlechten Tage, für die Erfolge und für die Misserfolge. Und ich hoffe, Sie konnten diese Dankbarkeit in allen vorangegangenen Blogposts spüren. Ja, ich hoffe und ich erlebe es immer wieder, dass ich auch anderen, oft müden oder deprimierten Kirchenengagierten, authentische Hoffnung und Zuversicht schenken darf.

Meine Berufung als Geburtshelfer empfinde ich unverändert stark. Wahrscheinlich bedeutet das, mich noch konsequenter auf die Menschen und Initiativen zu fokussieren, die mit neuen Ideen und Projekten schwanger gehen. Noch stärker darauf zu verzichten, eigene „Kinder“ in die Welt zu setzen. Mit Sicherheit bedeutet das, offen zu sein, was die Menschen, die sich bei Pastoralinnovation engagieren wollen, an eigenen Ideen, Erfahrungen und Visionen einbringen. Es auch auszuhalten, dass ich nicht sofort alles verstehe und dass neue Generationen neue Wege gehen, die meine Gründung nicht unbedingt so weiterführen, wie ich es mir vorstelle.

Als Jesusnachfolger, dem es so oft geht wie den Jüngern im Markusevangelium („sie verstanden nicht, was er meinte …), möchte ich in seiner Spur bleiben. Wie er möchte ich bereit sein, mich von der syrophönizischen, also heidnischen Frau inspirieren zu lassen, weiter zu denken und immer mehr zu realisieren, dass tatsächlich alle Menschen und alle Lebewesen Kinder Gottes sind, mit Würde und mit Geist erfüllt. Wohin wird mich das führen? Ich bin gespannt!


Foto: Marion Wenge, Zyklus CREDO zum Apostolischen Glaubensbekenntnis, https://www.marionwenge.de/

Marion Wenge wuchs im Münsterland auf und studierte Soziale Arbeit. Nach vielen Jahren in der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Erwachsenenbildung wandte sie sich 2009 der Malerei zu.

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Ein Kommentar
  1. Ich freue mich, auf die Pastoralinnovation gestoßen zu sein und nehme mir immer wieder Gedanken mit. Als PGR in Wien mit jahrzehntelangem Werdegang in der (schrumpfenden) Kirche tut es sehr gut zu spüren, dass Gott weiterwirkt, auch wenn ich es nicht immer spüre und ratlos bin.

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