Georg Plank

Die Kunst der Delegation – Wie man den „Flaschenhals-Effekt“ vermeidet

(Inspiriert von Craig Groeschels Prinzipien der Bevollmächtigung)

Einer der bekanntesten Sätze von Craig Groeschel lautet: „Wenn du alles kontrollierst, bist du die Person, die Wachstum begrenzt.“ Viele Führungskräfte leiden unter dem „Flaschenhals-Syndrom“: Jede Entscheidung, jedes Detail und jede Freigabe müssen über ihren Schreibtisch gehen. Das Ergebnis? Das Team wird passiv, die Geschwindigkeit sinkt, und die Führungskraft brennt aus.

Ehrlich: Das habe ich Hunderte Male erlebt, von meiner Arbeit auf Ebene der Pfarrgemeinde bis zu meinen diözesanen Leitungsaufgaben. Für mich war diese Dynamik, oder besser gesagt, gebremste Dynamik, oft sehr schmerzhaft und frustrierend, weil so nachweislich gute Projekte versandet sind, während die Probleme sich verschärften. Delegation ist also kein „nice-to-have“, sondern ein „must“!

Echte Delegation bedeutet nicht, bloß Aufgaben abzugeben, sondern Autorität zu übertragen. Groeschel unterscheidet hierbei verschiedene Stufen, die in allen sozialen Systemen von Kirchen, Vereinen über Unternehmen oder Sozialinitiativen anzutreffen sind:

  • Stufe 1: „Tu genau das, was ich sage.“ (Geringe Autonomie)
  • Stufe 2: „Recherchiere und berichte mir, ich entscheide.“
  • Stufe 3: „Entscheide selbst, aber informiere mich vorher.“
  • Stufe 4: „Entscheide selbst und sag mir hinterher, was passiert ist.“ (Hohe Autonomie)

Das Ziel jeder Führungskraft sollte sein, Mitarbeiter:innen auf Stufe 4 zu bringen. Der Schlüssel dazu ist Vertrauen. Groeschel betont, dass man Menschen nicht vertrauen kann, weil sie es sich verdient haben, sondern weil man sich dazu entschieden hat. Dieser Satz klingt einfach, aber lassen Sie ihn sich auf der Zunge zergehen! Gelingt es Ihnen, ihn anzunehmen und danach zu handeln?

Klar ist auch: Wer delegiert, muss akzeptieren, dass Dinge vielleicht anders erledigt werden, als man es selbst getan hätte – aber solange das Ergebnis stimmt, ist das ein Gewinn für die Organisation.

Häufiger als von vielen Führungskräften geglaubt, passiert das tatsächlich: Bessere Ergebnisse für die Organisation. Father Michael White, Pfarrer unserer katholischen Partnergemeinde „Church of the Nativity” in Baltimore, antwortete einmal auf die Frage deutscher kirchlicher Führungskräfte, warum er so kompetente Männer und Frauen in seinem Team habe, mit dem knappen Satz: „Because I don`t just give them responsiblity, I give them authority!“

 

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