Er stieg auf einen Berg, um zu beten.
Georg Plank

Er stieg auf einen Berg, um zu beten.

Ich kenne niemanden, der bestreiten würde, dass Erneuerung im kirchlichen Kontext immer auch die Frucht des Gebetes ist. In der Praxis nehme ich allerdings große Unterschiede wahr. Manche Menschen und Gruppierungen pflegen in der Regel kaum das gemeinsame Gebet, während bei sehr traditionellen und zugleich bei ganz neuen Bewegungen das Gebet eine zentrale Rolle für die Bewältigung konkreter Fragen und Probleme und auch interner Konflikte darstellt. Sie vertrauen intensiv darauf, dass Gott ihnen ganz konkret den Weg zeigt, sie stärkt und unterstützt und ihnen seinen Willen kundtut. Diese Haltung ist traditionell eher aus evangelikalen Kirchen bekannt und stößt im reformatorischen und katholischen Kontext oft auf eine gewisse Abwehr. Ein Grund liegt wahrscheinlich darin, dass man den Eindruck vermeiden möchte, man könne den großen und unbegreiflichen Gott zu einem bestimmten Handeln zwingen, auch wenn es noch so gut gemeint durch Beten geschieht.

Von Jesus heißt es immer wieder, dass er sich zurückzieht und betet. Regelmäßig verbringt er Zeit mit seinem Vater, mit dem er zutiefst verbunden ist.

Sein Reden und vor allem sein Tun sind ohne diese Gebetspraxis undenkbar. Seine liebende Verbindung mit Gott ist die Wurzel seines Lebens, die Quelle seiner Freude und Hoffnung und die Inspiration seiner Praxis.

Unabhängig davon, welcher geistlichen Tradition und welchem Stil sich jemand zugehörig fühlt, kann man daher sagen, dass Jesus auch in diesem Bereich ein Beispiel gibt: Wenn schon ich, euer Meister, bete, dann sollt auch ihr beten.

Da ich durch mein Leibthema Innovation auch viel in säkularen Kontexten unterwegs bin, überrascht mich dort oft die tiefe spirituelle Dimension von Menschen, Netzwerken und Initiativen, die mit Kirche überhaupt nichts zu tun haben.

Diese Dimension zeigt sich in vier Aspekten:

Zum einen im Menschenbild, das oft frappant an das Menschenbild Jesu erinnert, ja oft auf beschämende Weise authentischer gelebt wird als in manch kirchlicher Praxis.

Zum anderen in den Haltungen, die das konkrete Handeln prägen. Sie erinnern mich oft an die Früchte des Heiligen Geistes, wie sie in unterschiedlichen biblischen Texten beschrieben werden.

Der dritte Aspekt hat mit dem Umgang mit Krisen und Scheitern zu tun. Gerade in sogenannten neuen Organisationen lebt man im Bewusstsein, dass negative Phänomene einen unerlässlichen Teil innovativer Prozesse darstellen. Denken Sie zum Beispiel an die Methode der „Fuck-up-Nights“, wo Menschen ihre Scheitergeschichten erzählen.

Last but not least leben viele Menschen in diesen säkularen Bereichen auf irgendeine Weise eine spirituelle Praxis. Gemeinsam ist diesen Menschen bei aller Vielfalt das Bewusstsein, wie wichtig es ist, in irgendeiner Weise ein geistig und geistlich übender Mensch zu sein.

Beim neuen Basislehrgang „Die Kunst des Innovierens“ wird daher neben fachlichen und praktischen Inhalten auch die spirituelle Dimension eine große Rolle spielen.


Alle Fotos der aktuellen Blogserie stammen vom bisher leistungsstärksten Weltraumteleskop, dem James Webb Teleskop. Es startete am 25. Dezember 2021 und erreichte zum 24. Januar 2022 eine Umlaufbahn um den etwa 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Lagrange-Punkt. Mehr unter https://www.youtube.com/watch?v=nS0HZdPshmg

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Gründer Georg Plank veröffentlicht wöchentlich Impulse für mehr Innovationen in christlichem Spirit und freut sich über zahlreiches Feedback. In Zukunft planen wir weitere Blogs durch unsere Referenten und Ecclesiopreneure.

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