Leib. Weinstock. Orchester
Georg Plank

Leib. Weinstock. Orchester.

Es gibt viele Bilder für den systemischen Zusammenhang von Einzelteilen und dem Ganzen. Paulus bemüht in seinen Schriften immer wieder die Metapher des Leibes mit vielen Gliedern. Das 12. Kapitel des 1. Korintherbriefes ist dafür wohl die bekannteste Beschreibung. Auch weithin geläufig ist die Weinstockrede von Jesus im 15. Kapitel des Johannesevangeliums. Sie verdeutlicht die systemische Komponente, dass eine vom Weinstock getrennte Rebe lebensunfähig und daher keine Früchte mehr bringen kann. Geistlich gesehen geht es um die spezifisch christozentrische Dimension von Einheit, im Sinne von „Oneness“, wie sie viele spirituelle und mystische Richtungen beschreiben. Dieser Begriff findet sich sowohl in traditionellen Weltreligionen als auch in neuen religiösen, esoterischen oder ökologischen Aufbrüchen und Initiativen.

Profaner ist das Bild eines Orchesters. Nur durch das Zusammenspiel und den Zusammenklang vieler Instrumente und Musiker:innen können Werke zum Klingen gebracht werden, die zuvor von genialen Komponist:innen ersonnen wurden. Und denken Sie nur an die scheinbaren „Misstöne“, die beim Einspielen zu hören sind! Da fokussiert jede/r nur auf sich und ignoriert bewusst die anderen. Für das Konzert braucht es dann den Willen zum gemeinsamen Spielen sowie eine:n Dirigent:in. Anderfalls käme kein Wohlklang zustande, so gut die einzelnen Musiker:innen individuell auch sein mögen.

Jede:r lässt sich von unterschiedlichen Bildern inspirieren. Vielleicht ist es für Sie eines der genannten wie Leib, Weinstock oder Orchester, oder bevorzugen Sie andere? Manchen leuchtet dieser für Innovationen unerlässliche Zusammenhang von Teilen und dem Ganzen eher anhand technischer Geräte so ein, dass sie hinfort ihre berufliche oder private Praxis mit neuen Augen sehen und neuen Handlungsoptionen gestalten können. Ob etwa ein simples Fahrrad, ein riesiges Stahlwerk oder ein Computer – immer wird klar, dass viele Teile ihren „Job“ erfüllen müssen und zugleich in rechter Weise miteinander verbunden und funktionieren müssen. Wenn etwa bei einem Fahrrad die Kette reißt, kann dieser Defekt nicht durch eine noch so tolle Schaltung oder bissige Bremsen kompensiert werden.

Andere Menschen wiederum finden enorme geistige, geistliche und praktische Inspiration in der Natur. Je mehr sie sich in die unvorstellbare Komplexität und Vielfalt der geschaffenen Welt vertiefen, auch mithilfe der Erkenntnisse moderner Naturwissenschaften, umso größer wird ein Gefühl des Staunens, ja der Ehrfurcht und der Dankbarkeit. Dieses kann die Basis für ein umfassenderes Verständnis sein, das oft mit einem achtsamen Wahrnehmen und intuitiven Ahnen beginnt.

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Georg Plank·Vor über 0 Jahren ·2 min. Lesedauer
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