Georg Plank

Selbstführung – Den Kampf im eigenen Kopf gewinnen

(Inspiriert von Craig Groeschels „Winning the War in Your Mind“)

Leadership beginnt nicht damit, andere zu führen, sondern sich selbst. Das Wesentliche spielt sich sozusagen „zwischen den eigenen Ohren“ ab. Craig Groeschel betont immer wieder, dass das eigene Leben und Führungsverhalten niemals über die Qualität der eigenen Gedanken hinausgehen werden. Wenn Sie als Führungskraft in einem Kreislauf aus Negativität, Selbstzweifeln oder Zynismus gefangen sind, wird sich das unweigerlich auf Ihr Team übertragen. Umgekehrt gilt: Wenn Sie selbstreflexiv sind, Feedback ernstnehmen, sich von positiven Vorbildern inspirieren lassen oder aus einer inneren Freude heraus führen, wird sich das auf ihr Verhalten massiv auswirken.

Der Kern der Selbstführung liegt in der Erkenntnis, dass wir oft „Cover-Band-Leader“ sind – wir ahmen andere – oft Stars oder High-Performer – nach, anstatt unsere eigene, ganz individuelle Identität und Integrität zu entwickeln und damit zu führen.

Effektive Selbstführung bedeutet:

  • Gedanken-Audit: Welche Lügen glauben Sie über sich selbst oder Ihr Team?
    • „Ich muss alles allein machen“
    • „Niemand ist so engagiert wie ich“
    • „Im Grunde kann ich alles am besten“
  • Wahrheit durch Wiederholung: Ersetzen Sie diese Lügen durch Fakten und klare Werte.
    • Vertrauen Sie darauf, dass jeder Mensch Werte, Fähigkeiten und Fragen in die aktuellen Aufgaben einbringen kann
    • Schaffen Sie eine Atmosphäre, die Menschen motiviert, das auch zu wollen und tatsächlich zu tun
    • Scheuen Sie sich nicht davor, eigene Grenzen und Schwächen zu akzeptieren und nicht zu verleugnen, schönzureden oder zu verschleiern
  • Disziplin der Stille: Groeschel und Nieuwhof sind sich einig: Wer keine Zeit zum Nachdenken und zur Kontemplation hat, reagiert nur noch, statt zu agieren.
    • Ich erlebe oft, dass im deutschsprachigen Raum „zu fromme“ Menschen schief angeschaut werden. Aber ich kenne keine gelungene Kirchenreform, die nicht auf ernsthaftem Gebet aufbaut.
    • Je stärker Beschleunigung und Reizüberflutung unseren Alltag dominieren, umso zentraler ist die Stille. Nutzen und trainieren Sie die vielen und oft ganz einfachen Möglichkeiten, in die Stille zu gehen und so dem Sog der Ablenkungen zu entkommen.
    • Stichwort „trainieren“: Früher sah ich Disziplin als Angriff auf meine Freiheit. Jetzt erlebe ich sie als Grundlage dafür, dass mein Wollen auch zum Vollbringen gelangen kann.

Eine Führungskraft, der sich selbst nicht im Griff hat – ihre Emotionen, ihre Zeit, ihre Werte –, wird über kurz oder lang die Menschen um sich herum geringschätzen, oder verletzen und schließlich das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren. Selbstführung ist zudem ein zentraler Schutzwall gegen moralisches Versagen und professionellen Stillstand.

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