Abstrakte Malerei mit Blautönen und angedeuteter weiblicher Figur
Georg Plank

Von der Kontrolle zur Kultur

Wenn wir Kirche als komplexes System verstehen, verändert sich unsere Rolle als pastorale Verantwortliche. Statt „Manager“ werden Führungskräfte zu „Gärtnern“: Sie schaffen günstige Bedingungen, statt alles zu kontrollieren. Sie achten auf Muster und Potenziale statt nur auf Defizite und Probleme. Sie fördern Beziehungen, statt nur Strukturen zu optimieren. Sie experimentieren und lernen, statt perfekte Lösungen zu erwarten.

Folgende Ansätze haben sich in der Begleitung von Pfarrgemeinden in unseren LIVT-Kursen als hilfreich erwiesen:

  1. Aufmerksames Wahrnehmen: Regelmäßige Zeiten des gemeinsamen Hörens auf Gott und aufeinander, danach systematisches Sammeln von Beobachtungen: „Was nehmen wir wahr?“, verbunden mit der wertschätzenden Erkundung bei sich, bei anderen und in der Gemeinde: „Wo spüren wir Lebendigkeit, Kreativität und Energie?“
  2. Experimentieren und Lernen: Kleine, überschaubare Experimente statt umfassender Reformen, verbunden mit regelmäßiger und ehrlicher Reflexion: „Was haben wir gelernt?“. Die laufende Anpassung der nächsten Schritte auf Basis der reflektierten Erfahrungen macht eine „lernende Organisation“ aus.
  3. Vernetzen und verbinden: Bewusste Pflege von menschlichen Beziehungen fördert informelle Begegnungen und kreativen Austausch. Es kann Zusammenhänge, Gemeinsamkeiten und Muster sichtbar machen und unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen als Bereicherung erleben lassen.
  4. Einfache Grundregeln statt detaillierter Pläne: Gemeinsame Werte und Prinzipien geben Orientierung. Klare Rahmenbedingungen, die Freiheit und Kreativität fördern, verbinden alle im Fokus auf das „Warum“ und „Wozu“ statt nur auf das „Wie“ und „Was“.

 

Aus den Erfahrungen lassen sich folgende Erkenntnisse ableiten: Der Umgang mit Ungewissheit kann gelernt und geübt werden. Vertrauen in die Weisheit der Gemeinschaft wächst durch positive Erfahrungen, und seien sie noch so klein und anfangshaft. Kleine Erfolge schaffen Vertrauen für größere Schritte. Die Balance zwischen Struktur und Freiheit ist entscheidend, weil sie einem System sowohl Stabilität als auch Beweglichkeit (Agilität) ermöglicht. Diese Kombination meint Resilienz. Vorbild sind wiederum Phänomene in der Natur wie Bäume, Getreide oder auch jeder Grashalm.

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Gründer Georg Plank veröffentlicht wöchentlich Impulse für mehr Innovationen in christlichem Spirit und freut sich über zahlreiches Feedback. In Zukunft planen wir weitere Blogs durch unsere Referenten und Ecclesiopreneure.

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