Was Gesundheit bedeutet
Georg Plank

Was Gesundheit bedeutet und warum mir mein Leib noch lieber geworden ist

Wer krank ist, kann nicht arbeiten und für andere wirken. Wieder gesund zu werden hat dann oberste Priorität. Dabei genießen Angestellte nicht nur die dafür notwendigen ärztlichen Dienstleistungen, sondern auch die Fortzahlung ihres Entgelts. Das ist bei Selbständigen radikal anders. Krank = keine Arbeit = kein Einkommen, lautet da die Regel. Auch wenn man sich bis zu einem gewissen Grad für diesen Fall versichern kann, ist Gesundheit der primär entscheidende Faktor für alle Unternehmer:innen und selbständig tätigen Personen.

In den letzten zehn Jahren wurde mir daher existenziell bewusst, dass und wie Gesundheit die körperliche, mentale und v.a. auch die spirituelle Dimension meines Lebens umfasst. Ich habe nicht einen Leib – ich bin Leib!

Körperlich kann ich einiges dazu beitragen, um den letztlich unausweichlichen Verfall hinauszuzögern. Auch wenn ein großer Anteil nicht in meiner Gewalt liegt, so kann ich doch durch meinen Lebensstil, durch gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung zum Beispiel, maßgeblich Eigenverantwortung wahrnehmen. Letztere ist ein Beispiel des Zusammenspiels aller Dimensionen. Passende und regelmäßige körperliche Bewegung tut mir auch seelisch und spirituell gut. Was meine ich mit seelischer oder mentaler Gesundheit? Persönlich erlebe ich diese vor allem im Umgang mit Krisen und Scheitern, mit Widerständen und Zurückweisungen oder in der Frage meiner intrinsischen Motivation. Denn durch den Wegfall von von außen vorgegebenen Strukturen entstehen Freiräume, die auch überfordernd sein können. Es ist oft eine tägliche Herausforderung, vom Untertan zum Freiheitskünstler zu mutieren (P.M. Zulehner)!

Noch bedeutungsvoller ist für mich spirituelle Gesundheit geworden. Das betrifft vieles, etwa meine persönliche Glaubenspraxis und Formen des geistlichen Trainings, aber auch das Eintauchen in ganz andere spirituelle Welten oder den Umgang mit auftauchenden Fragen und Zweifel. Das Vertrauen auf den Guten Hirten, die Freude der Frohen Botschaft und der Glaube an die Auferstehung erlebe ich immer stärker als befreiendes Geschenk, das mich trägt.


Foto: Marion Wenge, Zyklus CREDO zum Apostolischen Glaubensbekenntnis, https://www.marionwenge.de/

Marion Wenge wuchs im Münsterland auf und studierte Soziale Arbeit. Nach vielen Jahren in der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Erwachsenenbildung wandte sie sich 2009 der Malerei zu.

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