William Ury
Georg Plank

William Ury: Schwierige Verhandlungen

Auf diesen Autor bin ich durch einen Podcast von Carey Nieuwhof gestoßen, bei dem er William Ury, den berühmten Mitbegründer des Harvard-Konzepts, interviewt hat. Ury hat unter anderem als Verhandlungsberater und Vermittler in Konflikten im Nahen Osten, auf dem Balkan, in der ehemaligen Sowjetunion, in Indonesien, Jugoslawien, Tschetschenien, Nordkorea und Venezuela gearbeitet, also in wohl allen heißen Konfliktherden der Welt. Er gilt auch als maßgeblicher Berater hinter dem Erfolg der Camp David Verhandlungen von 1978. Auf Vermittlung des damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter, der heuer 100 Jahre alt wird, traten die Verhandlungsteams Israels unter Leitung von Ministerpräsident Menachem Begin und Ägyptens unter Leitung von Präsident Anwar as-Sadat am 5. September in Camp David (Maryland/USA) zu geheimen Verhandlungen zusammen. Nach zwölf Tagen wurden die Ergebnisse präsentiert, die zu einer von kaum jemandem für möglich gehaltenen Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und Ägypten und einer Beruhigung des Nahostkonfliktes beigetragen haben. Welch ein Vorbild für die aktuelle Krise!

Kern der Verhandlungsmethode von William Ury ist es, nicht auf die Positionen einer Person zu fixieren, sondern sich ernsthaft auf ihre dahinter liegenden und wirklichen Interessen zu konzentrieren.

Zusammen mit Jimmy Carter war Ury dann Mitbegründer des International Negotiation Network, das sich für die Beendigung von Bürgerkriegen auf der ganzen Welt einsetzte. Es wurde von einem Rat geleitet, dem u.a. Carter und Desmond Tutu angehörten, außerdem Javier Pérez de Cuéllar, Sonny Ramphal und Sir Brian Urquhart.

2007 gründete Ury die Abraham-Path-Initiative, einen Fernwanderweg durch den Nahen Osten, der die von Abraham besuchten Orte miteinander verbindet, wie sie in alten religiösen Texten und Traditionen festgehalten sind.

 

Hintergrund der aktuellen Blogstaffel:

Wer ist nicht schon durch Bücher inspiriert worden, die formal total „fachfremd“ sind? Innovationstheoretisch ist dieser bewusste erweiterte Blick unter dem Slogan „thinking out of the box“ bekannt. Wir Menschen lernen eben nicht nur linear, sondern auch in Analogie. Wir sehen klarer durch den Kontrast.

In der aktuellen Blogstaffel stelle ich 10 Bücher vor, die für mich und meine Arbeit bereichernd sind, die aber zugleich zumindest in meinem Umfeld kaum bekannt sind.

Ich lade Sie ein: Welches Buch hat Sie inspiriert? Welches würden Sie weiter empfehlen?

Nutzen Sie dazu gerne die Kommentarfunktion – danke!

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