Georg Plank

11.4.2026: „Ursprüngliche Jesus-Idee“

Wir alle und besonders die Kirchenleitung sollten offen und ehrlich vor aller Welt eingestehen, dass auch wir nicht wirklich wissen können, ob und wie Gott ist, wir aber fest davon überzeugt sind, dass wenn es über allem so etwas wie eine unverfügbare letzte Instanz gibt, sie allen Geschöpfen gleich zugetan und nicht von unseren Kirchenstrukturen abhängig ist. Das würde das Verhältnis zu den anderen Religionen und auch den Agnostikern und Atheist:innen entspannen und hoffentlich auch die Verfolgungen, unter denen gerade Christgläubige weltweit immer noch zu leiden haben, bleibend beenden.
Insgesamt aber dürfen wir für die gegenwärtige Kirchenkrise dennoch dankbar sein, denn sie wird wohl oder übel unsere Rede von Gott ehrfürchtiger, bescheidener und glaubwürdiger machen und mehr zur ursprünglichen Jesus-Idee zurückführen.
Religionen sind nicht an sich besser oder schlechter, sie können ihre Qualität einzig damit ausweisen, ob und wie weit sie Menschen helfen, ihre endliche Existenz mit Sinn zu füllen, Mitgefühl füreinander zu empfinden und Solidarität mit allen zu leben. Das ist unser einziger Gottesbeweis und vielleicht auch ein Hinweis darauf, dass diesbezüglich von Jesus noch einiges zu lernen ist.

Quelle: Peter Trummer: Jesus ohne Opfer. Glaube, der befreit, Verlag Herder 2026, S. 21

Impuls: Was ist für mich die „ursprüngliche Jesus-Idee“?

Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/

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