Georg Plank

23.5.2026: „Zur Freiheit befreit“

Die Vergottung Jesu war eine unbestrittene Glanzleistung menschlichen Denkens (die Begriffe wie Person und Menschenrechte erst möglich machte), sie hatte aber auch unerwünschte Begleiterscheinungen … Auch der mittelalterlichen Kirche ist nicht abzusprechen, dass sie sich trotz dieser sichtbaren Defizite bemühte, die Menschen im Geist Jesu, wie sie ihn verstand, zu unterweisen und anzuleiten. Und wo das zu wenig geschah, zeigten sich trotz des hinhaltenden kirchlichen Widerstandes unübersehbare Korrekturansätze etwa in Franz von Assisi (1181/82-1226) oder den frühen Laienbewegungen bis hin zur Reformation. Aber letztlich lief die christliche Tradition insgesamt doch wieder nur auf die Einhaltung einer „höheren“ (jedoch selbstgemachten) Ordnung hinaus, die Unterwerfung und Leidensbereitschaft verlangte.

Noch die Volkskirche war sehr darauf bedacht, dass ihre Gläubigen möglichst loyale Untertanen von Staat und Kirche waren, und sie hielt sie deswegen bewusst unmündig, versprach ihnen dafür aber den Himmel. Doch wie sagte schon Jesus: „Die Wahrheit wird euch freimachen“ (Joh 8,32), und Paulus schrieb uns ins Stammbuch: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit“ (Gal 5,1). Und fügte im selben Atemzug hinzu, wir sollten auf der Hut sein und standhaft bleiben, um nicht wieder in ein „Knechtschaftsjoch“ hineinzugeraten. Denn das „Joch“ bzw. die „Traglast“ Jesu ist „brauchbar und leichtfüßig“ (Mt 11,30). Wird sie zu schwer, kann jedenfalls nicht mehr Jesus gemeint sein.

Quelle: Peter Trummer: Jesus ohne Opfer. Glaube, der befreit, Verlag Herder 2026, S. 151/152

Impuls: Wie kann ich sensibel werden für alte und neue Formen der Unfreiheit, auch unter dem Deckmantel des Glaubens?

Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/

Pfingstkalender

Georg Plank·Vor 2 Wochen ·2 min. Lesedauer

23.5.2026: „Zur Freiheit befreit"

Die Vergottung Jesu war eine unbestrittene Glanzleistung menschlichen Denkens (die Begriffe wie Person und Menschenrechte erst möglich machte), sie hatte...

Georg Plank·Vor 2 Wochen ·2 min. Lesedauer

22.5.2026: „Brotbrechen zukünftig"

Noch etwas charakterisiert das frühchristliche Brotbrechen: Es schließt in seiner Offenheit direkt an die Mahlgemeinschaften Jesu „mit Sündigen und Zöllnern“...

Schreibe einen Kommentar

Newsletter

Ich möchte am Laufenden bleiben.