Georg Plank

21.5.2026: „Brotbrechen heute“

Das Brotbrechen war nicht nur in der Urkirche das unterscheidende/entscheidend christliche Tun. Es weist auch uns den Weg aus der Krise. Ob und bis wann ihn die Kirche mitgeht, wird nicht so von Bedeutung sein. Die Jesus-Idee wird nicht untergehen. Sie lässt Gottes Freigiebigkeit für alle erahnen, ohne dass damit kirchliche Ansprüche geltend gemacht würden. Es ist die sich selbsterklärende, authentisch jesuanische Geste, aktiv und passiv niederschwellig, in jede religiöse und profane Form offener Gastfreundschaft integrierbar. Das Brotbrechen braucht keine Erlaubnis von oben, vermeidet jedoch auch seinerseits unnötige Konflikte und Sanktionen bezüglich der priesterlichen Wandlungsworte, deren unerlaubte Zitation mit Exkommunikation bedroht ist – eine echte Tragödie oder schon eine Parodie?

Frühchristliches Brotbrechen geht anders. Das bestätigt eine Szene gegen Ende der Apostelgeschichte. Noch und gerade in der höchsten Not bricht Paulus „vor allen“ (275 Mitreisenden) das Brot, obwohl nur wenige Christ:innen darunter waren. Doch alle werden ermutigt, sich zu stärken und Nahrung zu sich zu nehmen. Alle haben an der Verheißung/Zuversicht teil und dürfen selbst erleben: „Denn kein Verlust an Leben aus euch wird sein außer dem Schiff“ (Apg 27,22.35ff). Ist das nicht auch eine Vision für uns?

Quelle: Peter Trummer: Jesus ohne Opfer. Glaube, der befreit, Verlag Herder 2026, S. 164

Impuls: Wo bieten sich konkrete Gelegenheiten befreienden Brotbrechens im Geiste Jesu?

Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/

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