Georg Plank·Vor 2 Wochen ·2 min. Lesedauer
Pfingstsonntag, 24.5.2026: „Alle, alle, alle! (Papst Franziskus)"
Wir alle begegnen Menschen, die sehr viel anders glauben als wir oder auch gar nicht (mehr), aus welchen Gründen immer....
Wir alle begegnen Menschen, die sehr viel anders glauben als wir oder auch gar nicht (mehr), aus welchen Gründen immer. Wollten wir jedoch weiterhin nur nach hinten schauen, einfach wegschauen, würden wir uns bald im Getto oder in der Blase wiederfinden. Unser soziales Umfeld hat ein Recht, dass wir ihm Rede und Antwort stehen, wenn wir nach dem (vernünftigen) „Wort (lógos) bezüglich der Hoffnung in uns“ gefragt werden (1 Petr 3,15f). Und wir sollten auch wirklich ehrlich und auch für Außenstehende verständlich zu antworten suchen, nicht nur aus zuvorkommender Höflichkeit oder missionarischem Eifer, sondern schon zum Selbstschutz, denn wir können die „letzten Dinge“ (nicht nur zeitlich, sondern auch transzendent) nicht völlig aus der Kommunikation ausklammern, sonst entsteht Verunsicherung im Zusammenleben, die als-bald auch politisch brisant und zur Gefahr werden kann.
Ein solcher Dialog ist ziemlich herausfordernd. Denn unsere multikulturellen bis agnostischen Gesprächspartner:innen werden sich mit Katechismusauskünften kaum zufriedengeben und darüber bestenfalls die Stirn runzeln können. Und auch wir haben in solch „ökumenischen“, und das heißt den (bewohnten) „Erdkreis“ umspannenden Begegnungen die Chance, unsere Glaubensüberzeugungen auf ihre Tragfähigkeit hin zu prüfen. Denn: „Wer (nur) eine Religion kennt, kennt keine“ urteilte schon zu völlig anderen soziologischen Bedingungen der deutsch-englische Religionswissenschaftler Friedrich Max Müller (1823-1900).
Und das ist aktueller denn je und bedeutet in der Praxis: Wenn unsere Glaubenssätze nicht auch Anders- und Nichtgläubigen irgendwie „einleuchtend“ erscheinen und Entsprechungen auf beiden Seiten erkennbar werden. können sie auch für uns nicht wirklich relevant sein.
Quelle: Peter Trummer: Jesus ohne Opfer. Glaube, der befreit, Verlag Herder 2026, S. 154/155
Impuls: Wie entdecke ich den einen Geist Gottes im Anderen, ob Menschen, Kulturen oder Religionen?
Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/
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