Georg Plank·-1 ·2 min. Lesedauer
14.5.2026: „Wo 2 oder 3"
„Der Becher des Segens, den wir segnen, ist er nicht die Blutsgemeinschaft Christi? Das Brot, das wir brechen, ist es...
Das Gebet zum Abba beschränkt sich nicht auf traute Zweisamkeit, denn das göttliche Gegenüber begegnet uns immer schon als Schöpfer aller Menschen und Wesen, dessen Liebe nichts und niemanden ausschließt und gerade deswegen auch unsere Beziehung ermöglicht. Ebenso verkehrt wäre es, wenn wir uns als Gotteskinder andauernd unmündig verhalten und jede Reifung und Eigenverantwortung ersparen wollten. Das „Unser“ im Vaterunser kann jedoch kein „besitzanzeigendes“ Fürwort mehr sein. Es würde den Schöpfer des Alls zum Stammes- oder Gruppengott herabwürdigen, ihn bewusst oder unbewusst als Gehilfen und Exekutor der eigenen Interessen (und leider auch Feindseligkeiten) missbrauchen. Ebenso fehl am Platz sind Vorstellungen einer besonderen göttlichen Erwählung, weil das unser bzw. mein Vater immer nur die eigene Ausrichtung auf ihn hin beschreiben kann, nicht aber die umgekehrte Richtung.
Die Gottesanrede Abba hat die (theo)logische Konsequenz, dass es unter den Gotteskindern keine weitere Rangordnung oder Privilegien mehr geben kann.
Quelle: Peter Trummer: Mit Jesus am Puls der Zeit. Ermutigung zum Christsein, Verlag Herder 2024, S. 46
Impuls: Wie kann ich von „new organizations“ (Frederic Laloux) lernen, die radikale Gleichheit ohne Hierarchien und visionäre Selbstverantwortung leben?
Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/
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