Georg Plank

15.04.2026: „Jesu Tod = seine Auferstehung“

Uns will die Gleichung: Jesu Tod = seine Auferstehung (in die geistige Welt Gottes hinein) nicht in den Sinn.

Wir halten sie für so wenig glaubwürdig, dass wir unsere Auferstehung gleich auf den Jüngsten Tag auslagern, wo sie sich endgültig verflüchtigt. Für Ostern fordern wir handfeste Beweise für die Wirklichkeit der Auferstehung ein, suchen sie aber vergeblich, da Auferstehung keine Rückkehr in die irdische Raumzeitlichkeit bedeuten kann, weil dies ihre himmlisch-geistige Dimension erst recht ausschließen würde. Und so führen uns unsere Gräber das Dilemma unseres Osterglaubens tagtäglich vor Augen. Bei ihnen rührt sich jedenfalls am dritten Tag nichts, abgesehen davon, dass kaum noch jemand so rasch bestattet wird.

Doch Jesus kann, wenn der Vergleich des Paulus stimmen soll, nur in derselben Weise auferstanden sein, wie sie alle erwarten dürfen. Er hat seinen „Geist“ schon im Augenblick des Todes ganz Gott überantwortet und wurde von ihm angenommen. Das bedeutet: Jesus konnte mit dem, was ihn eigentlich ausmacht, das, was wir am ehesten „Person“ nennen, gar nicht mehr ins Grab gelegt werden, sondern nur sein Leichnam. Und weil er selbst schon im Augenblick des Todes ganz bei Gott ist, konnte sein Grab folglich nur von Anfang an „leer“ sein.

Dasselbe gilt auch von uns. Der Schöpfer hat uns mit dem Namen ins Dasein gerufen (Jes 43,1). Er richtet uns ständig auf, hält uns die Treue und seinen Bund, zieht sein Wort nicht zurück, nur weil wir gerade das Bewusstsein verlieren oder sterben: Mehr hat eigentlich die ganze Bibel zum Thema nicht zu sagen.

Quelle: Peter Trummer: Jesus ohne Opfer. Glaube, der befreit, Verlag Herder 2026, S. 133/134

Impuls: Kann ich darauf vertrauen, dass Gott mich bereits im Augenblick des Todes (und der vielen kleinen Tode im Leben) bereits aufrichtet und Leben schenkt?

Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/

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