Georg Plank

17.04.2026: „Neue Gottesdienste feiern“

Es wird einige Strukturveränderungen brauchen, bis unsere Gottesdienste wieder attraktiv werden. Eine Wende kann jedoch nur erfolgen, wenn auch theologisch „umgedacht“, wirklich neu gedacht wird (griechisch: meta-noein). Denn solange Opferideologien den Glauben verdunkeln, kann sich keine Einsicht einstellen, dass Gott sehr viel anders ist, als wir bisher dachten oder gelehrt bekommen haben, er gar keine beamtete Vermittlung und rituelle Manipulationen braucht, weil alle Menschen ausnahmslos und unmittelbar seine „Töchter und Söhne“ sind, um die er sich mit hingebungsvoller Elternliebe kümmert.
Wir verehren den Ewigen am sinnvollsten, wenn wir versuchen, seine Menschen- und Gastfreundlichkeit einschließlich der Feindesliebe auch miteinander zu leben. Das kann schon ein zufälliges Lächeln und/oder ein freundliches Wort sein oder, wenn die Verhältnisse (und die Pfarrorganisation) es erlauben, eine möglichst offene Tischgemeinschaft vor Ort, und sei es auch nur im eigenen Haus.

Denn „das Miteinanderessen ist“, wie der Regensburger Neutestamentler und Priester Franz Mussner (anhand von Gal 2,12ff) uns schon in den frühen Siebzigerjahren unermüdlich predigte, in der Tat „das Wesen des Christentums“ …

Zu einer gemeinsamen Gotteserfahrung kann ein solches Unternehmen allerdings erst werden, wenn es auch das Herz und das Unbewusste aller Anwesenden, einschließlich und vor allem der Ungläubigen und Nicht-Mitglieder berührt (1 Kor 14,23ff).

Quelle: Peter Trummer: Jesus ohne Opfer. Glaube, der befreit, Verlag Herder 2026, S. 184/185

Impuls: Wie kann die Vielfalt von Gottesdiensten neu entdeckt und berührend gefeiert werden? Wo finde ich Beispiele dafür?

Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/

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