Georg Plank·Vor 5 Monaten ·2 min. Lesedauer
Pfingstsonntag, 24.5.2026: „Alle, alle, alle! (Papst Franziskus)"
Wir alle begegnen Menschen, die sehr viel anders glauben als wir oder auch gar nicht (mehr), aus welchen Gründen immer....
Wir dürfen unsere Kirchenängste beruhigt entsorgen. Sie sind mit dem Gottesbild Jesu nicht vereinbar. Unsere Vergebung ist gefragt. Sie ist die einzige Konsequenz, die der Güte Gottes angemessen ist. Je nach den Umständen ist dies mühsam, aber immer auch eine spürbare Erlösung und Befreiung, wenn es uns gelingt, andere nicht mehr verbittert als Sündenböcke vor uns her zu treiben, ihnen nicht mehr ständig ihre wirkliche oder vermeintliche Schuld „nach-zutragen“. Wir können die Fremdbeschuldigungen einfach weglassen, das eigene Leben in die Hand nehmen, autonom und dankbar leben.
Dass uns dies oft so schwer fällt, hat wohl auch damit zu tun, dass wir uns unrealistische Vorstellungen machen. Wir können Fehlentscheidungen oder Versäumnisse nicht einfach ungeschehen machen (wie Ehe-Annullierungen oder Beicht-Absolutionen bisweilen vermitteln wollen), aber wir können und müssen unseren Seelenmüll immer wieder loslassen, loswerden, freigeben, sonst vergiftet er uns, macht uns krank.
Die Bibel gebraucht dafür das griechische Allerweltswort aph-iemi, womit übrigens auch die Scheidung als formelles „Weg-Schicken“ aus einer Ehe beschrieben wird. Jedenfalls kann erst ein verbindliches Verabschieden des Alten neue Verhältnisse schaffen.
Quelle: Peter Trummer: Jesus ohne Opfer. Glaube, der befreit, Verlag Herder 2026, S. 37
Impuls: Wie kann ich meinen Seelenmüll immer wieder loslassen, loswerden und freigeben?
Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/
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