Georg Plank

18.5.2026: „Ungläubig oder Gott-sensibel?“

Die Ermutigung zum Christsein heute ist alles andere als leicht, denn unser traditionelles Glaubensbekenntnis und der Katechismus sind nur die eine Seite der Medaille, auf die andere schauen wir nicht so gerne hin: Doch wie fühlt sich das, was wir glauben und beten, von außen her gesehen an? Diese Perspektive wird immer dringender, zumal wir allen, die es wissen wollen, vernünftige/logische Ant-worten schulden bezüglich unserer Hoffnung (1 Petr 4,15f), allerdings mit unserem Latein ziemlich rasch am Ende sind, wenn wir zunehmend Menschen aus fremden Kulturen begegnen bzw. solchen, die mit der Religion nichts mehr am Hut haben, weil sie lieber keinen Gott glauben als unseren Kirchengott.

Ganz anders Paulus: Er hat gerade das Verständnis der Outsider und Ungläubigen zum Maß dessen erklärt, was im Gottesdienst laut werden darf (1 Kor 14,23ff), damit ihnen „das Verborgene des Herzens“ offenbar und so eine gemeinsame Gotteserfahrung möglich wird.

Wir sollten also nicht beklagen, dass die Leute heute nicht mehr glauben oder Europa schon gottlos geworden sei, und uns schmollend als kleine Herde oder heiliger Rest einigeln. In Wirklichkeit sind die Menschen sensibler geworden und benennen sehr wohl neuralgische Punkte, die auch unsere Aufmerksamkeit verdienen.

Quelle: Peter Trummer: Jesus ohne Opfer. Glaube, der befreit, Verlag Herder 2026, S. 177

Impuls: Interessiere ich mich dafür, wie die Menschen in meinem Umfeld mich als (gläubigen?) Mensch wahrnehmen?

Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/

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