Georg Plank

19.5.2026: „Hauskirche hat Zukunft“

Jesus geht es nicht um die Erfüllung möglichst vieler religiöser Pflichten und kirchlicher Vorschriften, sondern er verspricht: „Hebt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin freundlich/brauchbar/milde und demütig im Herzen und ihr werdet, ‚Auf-ruhen‘ (aná-pausis) finden euren Seelen/Leben“ (Mt 11,29). Erst eine solch spürbare seelisch-körperliche Erleichterung bestätigt uns: seine Botschaft ist angekommen. Sie ist nicht auf Kirchenmauern einzugrenzen, sondern richtet sich an alle Menschen, unabhängig von Religion und Kultur.
Solche Visionen entwickeln bereits die neutestamentlichen Erzählungen von den wunderbaren Speisungen Tausender. Sie galten lange als „Brotvermehrungen“, sind aber in Wirklichkeit tiefsinnige Ostergeschichten, die vorösterlich erzählt die Praxis des eigenen Brotbrechens deuten: Da sitzen Tausende über die Lande verteilt in kleinen, überschaubaren Hauskirchen beisammen (Lk 9,14) und erleben in ihrem Miteinander-Essen über alle Grenzen hinweg Jesus als ihren eigentlichen Gastgeber. Er allein verteilt nach der Version des vierten Evangeliums sein (geistig-existentielles) Lebensbrot, das durch Teilen nicht weniger, sondern mehr wird.

Quelle: Peter Trummer: Jesus ohne Opfer. Glaube, der befreit, Verlag Herder 2026, S. 161

Impuls: Wo erlebe ich Kirche als kleine, liebevolle und solidarische Gemeinschaft? Wie könnte so eine Gruppe aussehen?

Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/

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