Georg Plank·Heute ·2 min. Lesedauer
21.5.2026: „Brotbrechen heute"
Das Brotbrechen war nicht nur in der Urkirche das unterscheidende/entscheidend christliche Tun. Es weist auch uns den Weg aus der...
Unser gängiges Kirchenbild ist noch immer zu sehr auf das jenseitige Seelenheil ausgerichtet; Jesus war viel irdischer, konkreter, denn mit der Bibel geht es ihm darum, wie wir jetzt mit den Mitmenschen und der ganzen Schöpfung umgehen. Diesbezüglich hat er wirklich ein reiches Programm anzubieten: seine „gute“ Botschaft (eu-angéli-on) für die Armen, die Befreiung der „Kriegsgefangenen“ (aus allen möglichen Abhängigkeiten), das „Aufschauen“ für die (geistig) Blinden und Perspektivenlosen, die Entlastung der Traumatisierten jeder Art (Jes 61,1f/Lk 4,18). Das ist Befreiungstheologie pur, Seelenheilkunde vom Feinsten, ihr stärkstes Sakrament ist das Brotbrechen im Namen Jesu, das von und mit allen gefeiert werden kann, und immer noch alle Unterschiede von Geschlecht, Herkunft, Stand, Religion usw. aus den Angeln hebt (Gal 3,28; Kol 3,11) und ein menschenwürdiges bleibendes Miteinander aller auf Augenhöhe bewirkt.
Gemeinsames Kochen und Miteinander-Essen hat sich auch in jüngster Zeit wieder als hochwirksame Form sozialer Integration bewährt, weil sie auch den Migrantinnen und Migranten die Möglichkeit gibt, sich mit der Kultur ihrer Heimat selbstbewusst zu präsentieren und nicht nur in der Rolle der gerade geduldeten Bettler/-innen an unseren Suppenküchen zu verharren.
Das Experiment Hauskirche ist keine Notlösung, sondern die Gunst der Stunde, das genuin Christliche barrierefrei wieder allen Menschen zugänglich zu machen. Es ist genau jenes Dienen (diakonein), mit dem Jesus seine Sendung beschreibt (Mk 10,45) und bedeutet in erster Linie den Tischdienst. Um seine gnadenhafte Wirkung muss uns überhaupt nicht bange sein.
Quelle: Peter Trummer: Mit Jesus am Puls der Zeit. Ermutigung zum Christsein, Verlag Herder 2024, S. 174/175
Impuls: So viele machbare Chancen! Welche möchte ich konkret anpacken?
Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/
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