Georg Plank

30.4.2026: „Sexualität als göttliche Gabe“

Sexualität wird innerhalb einzelner Kulturen und Epochen sehr unterschiedlich eingeschätzt, z. B. ob sexuelle Aktivität das Leben verlängert oder verkürzt bzw. ob dabei vor allem Ängste und schlechtes Gewissen mitspielen. So bezieht sich die Frage der Jünger:innen beim Blindgeborenen: „Wer hat gesündigt? Dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?“ (Joh 9,2) auf einschlägige Vermutungen, dass Kinder blind geboren würden, wenn Eltern einander an unerlaubten Stellen anblickten, Bedenken, die jedoch auch nicht immer geteilt werden … Auch die Hochzeit zu Kana hat diesbezüglich einigen „reinen Wein“ einzuschenken. Denn es geht beim ersten gastfreundlichen „Zeichen“ Jesu nach Johannes nicht darum, dass eine jüdische Hochzeitsgesellschaft sich sinnlos besaufen sollte, sondern dass die vielen Reinheitsvorschriften (wofür die großen Wasserkrüge stehen) gerade hinsichtlich der Sexualität durch Jesus in dionysische Freude umgewandelt werden (Joh 2,1-11).

Auch die Heilung der blutenden Frau (Mk 5,25-34 parr.) weist in eine ähnliche Richtung. Sie macht Jesus durch ihre Berührung (kultisch) „unrein“, ohne dass er irgendwelche Entlastungsriten für sich vollzieht.

Quelle: Peter Trummer: Jesus ohne Opfer. Glaube, der befreit, Verlag Herder 2026, S. 71/72

Impuls: Bin ich dankbar für das Geschenk der Sexualität als Ausdruck von Liebe und Heil?

Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/

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