Georg Plank·Heute ·2 min. Lesedauer
21.5.2026: „Brotbrechen heute"
Das Brotbrechen war nicht nur in der Urkirche das unterscheidende/entscheidend christliche Tun. Es weist auch uns den Weg aus der...
Jesus hat nicht nur in schönen Gleichnissen geredet, Menschen getröstet und geheilt. In seinen Tischgemeinschaften mit Zöllnern, Sünderinnen und Sündern hat er ihnen die Liebe und Gastfreundschaft seines Gottes leibhaft nahe gebracht wie sonst nirgendwo. Man lag zu Tisch, hatte mehr Körperkontakt als heute, entsprechend handverlesen waren die Gäste. Doch Jesus ließ keine Grenzen gelten, weder moralische, soziale noch sonst welche. Das ärgerte die Ordentlichen, die Frommen, die sich an ihre festen Regeln und Normen halten wollten und statt des erwarteten Asketen es mit einem „Menschen, Esser und Weintrinker“ (Mt 11,19, Lk 7,34) zu tun bekamen.
Die Tempelbehörde wurde misstrauisch, die Hohepriester fürchteten um ihr Geschäft, wenn Gottes Zuneigung so leicht zu haben ist. Doch Jesus kann keinen Schritt zurück, wenn er seinen ohne Opfer gütigen und gastfreundlichen Gott nicht verraten will, im Gegenteil: er provoziert, geht an die Öffentlichkeit, nach Jerusalem, „reinigt“ den Tempel. Das ergibt die paradoxe Konstellation, dass beide Seiten zielstrebig auf das Kreuz zugehen: Die Hohepriester wollen ihn daran hängen sehen, um aller Welt zu beweisen, dass Gott ihn verflucht. Jesus hingegen möchte mit der schwersten Belastung seines Glaubens und Lebens den Gegenbeweis erbringen, dass wir ihm auch in der größten Not vertrauen können.
Quelle: Peter Trummer: Mit Jesus am Puls der Zeit. Ermutigung zum Christsein, Verlag Herder 2024, S. 106/107
Impuls: Mit welchen Menschen möchte ich im Geiste Jesu bewusst Tischgemeinschaft pflegen?
Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/
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