Georg Plank·Heute ·2 min. Lesedauer
21.5.2026: „Brotbrechen heute"
Das Brotbrechen war nicht nur in der Urkirche das unterscheidende/entscheidend christliche Tun. Es weist auch uns den Weg aus der...
Die nicht nur religiös, sondern auch sozial und politisch kritische Seite des Propheten Jesus ist nach wie vor brandgefährlich. Das bekam auch die lateinamerikanische Befreiungstheologie zu spüren: 1980 wurde der Erzbischof von San Salvador, Óscar Roméro, während eines Gottesdienstes ermordet, 1987 überlebte der aus Österreich stammende, in Brasilien wirkende Bischof Erwin Kräutler einen Mordanschlag mit einem Kleinlastwagen nur sehr knapp, 1989 wurden sechs Jesuitenprofessoren und zwei Mitarbeiterinnen (Mutter und Tochter) an der Universität in San Salvador Opfer brutaler Gewalt. Den Armen Almosen zu geben war erwünscht, doch zu fragen, warum sie arm sind, galt als kommunistisch und war offensichtlich „bis aufs Blut“ zu bekämpfen. (Da hat auch der Vatikan eher verlegen weggeschaut.)
Die Schere zwischen Reich und Arm geht weiter auf, die himmelschreiende Ungerechtigkeit wächst, Hunger und weitere Kriege sind die Folgen. Doch wir können nur miteinander überleben, aber dazu müssen wir auch mehr Ausgleich, Gerechtigkeit und zwischenmenschliche Nähe schaffen. Jesus hat die Missstände nicht nur klar angesprochen, sondern Besseres vorgezeigt und gelehrt: „Geh auch du (und) tu ähnlich“ (Lk 10,37). So schließt sein Gleichnis vom barmherzigen Samariter (wonach richtiges Handeln nicht unbedingt mit „rechtem“ Glauben zu tun hat). Dem ist kaum etwas hinzuzufügen.
Quelle: Peter Trummer: Jesus ohne Opfer. Glaube, der befreit, Verlag Herder 2026, S. 50/51
Impuls: Hat mein Glaube konkrete Auswirkungen auf mein Handeln im sozialen und politischen Sinn?
Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/
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