Georg Plank

7.5.2026: „Powertyp Paulus“

Paulus‘ Erfolg hat viele Mütter. Einerseits fühlt er sich unersetzlich, anderseits muss er immer wieder loslassen, den jungen Gemeinden zutrauen, dass sie es auch ohne ihn schaffen. Er arbeitet im Team, dem er auch schwierigste Aufgaben zutraut. Nicht nur Namen wie Timotheus und Titus treten da hervor, auch das Ehepaar Prisca und Aquila hat für ihn den „Hals hingehalten“, buchstäblich das Leben riskiert, die Mutter des Rufus ist emotional auch die seine. Er hat herzliche Frauenbeziehungen und ist keineswegs so misogyn wie ihm oft nach-gesagt wird. Die Diakonin und Patronin (griechisch: prostátis) Phöbe leitet die Gemeinde in Kenchreä, dem östlichen Hafen von Korinth, sie überbringt auch den Römerbrief (Röm 16,1f.3f.15; die kaiserliche Post bedient nur die Regierungsgeschäfte, nicht aber Private).
Paulus disponiert langfristig, kann seine Pläne bei Bedarf auch ändern, kommt unerwartet zu Besuch. Dass seine Gemeinden überlebten, grenzt dennoch an ein Wunder, aber seine Schule hat auch einiges an Tempo wieder zurückgenommen. Doch auch wir machen uns ein falsches Bild, wenn wir nur auf die letzten Jahre, aus denen seine Briefe stammen, schauen. Davor stehen drei-mal so viele Lehr- und Wanderjahre, von denen nicht viel Erfolg zu berichten ist, und auch später lernt er immer noch dazu (Phil 3,10f).

Quelle: Peter Trummer: Mit Jesus am Puls der Zeit. Ermutigung zum Christsein, Verlag Herder 2024, S. 125/126

Impuls: Kann und will ich wie Paulus aus vielen Fehlern, Krisen und „Drangsalen“ lernen?

Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/

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