Georg Plank

Ostersonntag, 5.4.2026: „Erlöster müsstet ihr aussehen!“

Ostern besiegt nicht den Tod, sondern unsere Angst vor ihm, zieht ihm seinen Stachel, gibt ihm eine völlig neue, tröstliche Bedeutung. Er wird nicht mehr nur zum (trotz Beichte) gefürchteten „persönlichen Gericht“ (noch vor dem allgemeinen), sondern zur definitiven Schau von Angesicht zu Angesicht“ und zu einer wechselseitig liebevollen Erkenntnis (1 Kor 13,12), die alles bisherige Erkennen übersteigt (und letztlich wohl auch Nietzsche noch überzeugte). 

Auf diese ewige „Erleuchtung“ können wir uns eigentlich nur freuen, obwohl der Tod meist ungebeten kommt, aber immer noch besser, als dass wir ihn selbst organisieren müssten. Die Theologie des Todes, welche die beiden Jesuiten Ladislaus Boros und Karl Rahner nach der Mitte des letzten Jahrhunderts entworfen haben, setzte jedenfalls große Hoffnungen auf diese endgültige Gotteserkenntnis, die alles noch einmal in ein anderes Licht rückt, aber auch tiefsten Schmerz bedeuten wird, wenn wir dabei angesichts der unendlichen Liebe Gottes zur Einsicht gelangen, dass wir zu wenig geliebt haben. (Ein Höllenfeuer brauchen wir dazu gewiss nicht mehr.)
Doch wir können uns auch heute schon richtig freuen. Denn Auferstehung ist kein Traktat über „die letzten Dinge“, sondern hochaktuell, etwas ganz und gar Alltägliches, Konkretes, immer wieder „Aufständisches“; so wie die Bibel sich auch nicht scheut, jeden Stillstand im Leben als wirklichen Tod anzusprechen und uns so zur Veränderung, zur Aktivität und zum Handeln auffordert. 

Quelle: Peter Trummer: Mit Jesus am Puls der Zeit. Ermutigung zum Christsein, Verlag Herder 2024, S. 22

Impuls: Ist die Botschaft der Auferstehung für mich hochaktuell? Wo konkret?

Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/

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