Georg Plank

So, 10.5.2026: „Abba!“

Wenn wir Jesu` Person und Botschaft ganz auf den Punkt bringen möchten, bleibt eigentlich nur das Wort Abba übrig. Und wenn wir diesen Punkt noch etwas erweitern, käme noch die Gottes- und Nächstenliebe hinzu, aber die sind für gläubige Jüdinnen und Juden ohnehin selbstverständlich, denn „größer als diese (beiden) ist kein anderes Gebot“ (Mk 12,31). Und wenn wir auch Paulus beiziehen – er ist nicht nur der erste und einzig authentische Zeuge für die frühchristliche Ostererfahrung, sondern auch der älteste Beleg für das Abba Jesu (Gal 4,6; Röm 8,15) –, dann ist für ihn Jesus Christus letztlich auch nur das „Ja und Amen“ Gottes (2 Kor 1,19f). Auch für Paulus reduziert sich alles, wie schon im Ersten Testament, auf eine göttliche Zusage, die unserem Mund und Herzen (und nicht einem Buch) nahe ist (Dtn 30,11-14/Röm 10,8). Ebenso spricht der Hymnus zu Beginn des Johannesevangeliums vom (fleischgewordenen) Wort nur in der Einzahl. Und auch unsere Antwort kann sich eigentlich nur auf ein einziges, immerwährendes und dankbares Ja beschränken oder sich vielleicht auf gerade „zehn Worte“ erweitern, wie das Judentum den Dekalog nennt.

Jesus gebraucht für GOTT dasselbe Wort, mit dem aramäische Kleinkinder ihren Vater anlallen. Es ist wie Mutter ein Beziehungswort, inhaltlich noch nicht näher bestimmt. Doch für Kinder sind verlässliche Bezugspersonen lebensnotwendig. Sie sind darauf angewiesen, dass die eingeforderten Zuwendungen ihnen rasch wieder Vertrauen, Sicherheit und Lebensmut ermöglichen. Und genau darum geht es, wenn wir im Geist Jesu unser Leben gestalten wollen.

Quelle: Peter Trummer: Jesus ohne Opfer. Glaube, der befreit, Verlag Herder 2026, S. 92

Impuls: Versuche, heute Gott als deinen ABBA anzureden und ihm ganz zu vertrauen.

Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/

Pfingstkalender

Georg Plank·-1 ·2 min. Lesedauer

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