Georg Plank

So, 12.4.2026: „Blinde Flecken erhellen“

Es gibt noch genug blinde bzw. dunkle Flecken des Glaubens aufzuhellen. Dabei setzt der Epheserbrief auf erleuchtete Augen des Herzens, um den Reichtum unserer Hoffnung zu erkennen“ (Eph 1,18f). Öffnen ist angesagt, und zwar in vielerlei Hinsicht:

  • in Bezug auf den Mund, um „Gesicht zu zeigen, Freundlichkeit zu vermitteln, das rechte Wort zur rechten Zeit zu sagen
  • die Ohren, um auch die leisen Stimmen wahrzunehmen, immer beide Seiten zu hören, um gerecht urteilen und in Beziehung bleiben zu können
  • die Hände, die zur Faust geballt oder verkrampft sind, zu lösen, gewaltfrei und freigebig zu werden in jeder Hinsicht und Beziehung
  • mit den Augen das Wesentliche suchen, das Unsichtbare nicht verleugnen, Projektionen zurücknehmen
  • die Grenzen, die oft nur in unseren Köpfen existieren, auszuweiten bzw. ganz still zu legen
  • die Arme auszubreiten und unser Gegenüber „von Herzen“ zu umarmen
  • alle Körperöffnungen (einschließlich der Poren als „Wege“ durch die Haut) durchlässig zu halten und abzugeben, was nicht mehr (auch geistig) nährt
  • das Herz nicht zu verhärten oder einzuengen, um zu lieben, Schuld zu vergeben, Kränkungen und Sorgen loszulassen
  • die Gräber zu, öffnen, um die Toten aus unseren steinbeschwerten Gedankengrüften herauszurufen und ins himmlische Vaterhaus, weggehen zu lassen (Joh 11,44)
  • die Hölle als schlechten Kinderschreck verlachen, weil das Böse keinen Bestand mehr haben kann, wenn Gott „alles in allem“ ist (1 Kor 15,28)

In Summe: Wir müssen unser Gottesbild „total verändern“ (kat-allássein: 2 Kor 5,18ff), unser hochgerechnetes Über-Ich entthronen. Jesus hat am Kreuz nichts für uns „gesühnt“, sondern – wie schon mit den anstößigen Tafelrunden – seinen Glauben an Gottes bedingungslose Güte und Gastfreundschaft bezeugt.

Quelle: Peter Trummer: Mit Jesus am Puls der Zeit. Ermutigung zum Christsein, Verlag Herder 2024, S. 18/19

Impuls: Welche dieser „Formen des Öffnens“ sprechen mich heute am „Weißen Sonntag“ besonders an?

Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/

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