Georg Plank·Heute ·2 min. Lesedauer
21.5.2026: „Brotbrechen heute"
Das Brotbrechen war nicht nur in der Urkirche das unterscheidende/entscheidend christliche Tun. Es weist auch uns den Weg aus der...
Jesus redete nicht nur von Gott, er machte ihn mit seinem Einsatz für die Armen, Schwachen/Kranken, Frauen und Kinder auch wirklich spürbar. Doch dass er ohne Bedenken auch mit den gesellschaftlich Ausgegrenzten zusammen tafelte, das ging nun doch zu weit, brachte ihn in Verruf (Mk 2,16). Dennoch hielt die frühe Kirche an seiner Praxis fest. Und so wurde gerade das Brotbrechen nach Ostern zum eigentlichen Erkennungszeichen seiner geistig-mystischen Gegenwart, und diese war überzeugend, weil sie die Gesellschaft sichtlich veränderte, eine Qualität, die mit dem Opferverständnis der Messe wieder völlig verloren ging.
Jesus war zweifelsohne ein höchst begnadeter Mensch. Wie er zu seiner besonderen Gotteserkenntnis kam, ist kaum zu ergründen, ist auch nicht so wichtig im Vergleich zu dem, was sie für alle Menschen bedeuten könnte, ließen wir sie nicht zuvor über die Klinge seiner von uns definierten „Gottheit“ springen. Jesus hat Gott in einer tiefsinnigen geradezu „intimen“ Weise „ausgelegt“ (exēgésato: Joh 1,18), dass sie für alle Menschen heilsam werden könnte, indem sie die haus- und kirchengemachten Idole und Über-Ich-Götzen vom Thron stürzt und ein vertrauensvolles Menschsein ermöglicht. Es kann, wenn auch wir Gott wirklich als den Urgrund allen Seins meinen, nicht mehr um Opfer, Macht und Unterdrückung gehen, sondern um Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit und Glück für alle. Viel mehr können wir nicht wissen. Aber das ist mehr als genug.
Quelle: Peter Trummer: Jesus ohne Opfer. Glaube, der befreit, Verlag Herder 2026, S. 31
Impuls: Wo und wie erlebe ich „Brotbrechen“ und Gemeinschaft als inspirierend und befreiend?
Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/
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