Georg Plank

So, 26.4.2026: „Leib Christi konkret“

Paulus ist nicht nur der älteste Zeuge der Ostererfahrung und des jesuanischen Abba, sondern auch der Abendmahlsüberlieferung und sieht den „Leib Christi“ viel weiter und dynamischer als wir. Nach Paulus empfangen wir ihn nicht erst in der Kommunion, sondern werden schon bei der Taufe in ihn aufgenommen (1 Kor 12,13), sind selbst Glieder in und an einem sozialen, gesellschaftlichen Ganzen im Sinne Jesu (1 Kor 12,27). Diese Sicht hält auch die nachpaulinische Tradition fest, wenn ihre Hymnen Christus als „Haupt seines Leibes, (sprich:) der Kirche“ (Kol 1,18) besingen, die Kirche selbst als seinen (sozialen) „Leib“ erfahren (Eph 1,23). Da ist wirklich einiges noch sehr viel anders gemeint als mit dem mittelalterlichen „Herrenleib“, der zu „Fron-leichnam“ in Flurprozessionen mitgetragen wurde und noch in der NS-Zeit die machtvollste Demonstration der katholischen Kirche gegen das gottlose Regime begleitete. Aber von einem ursprünglichen Brotbrechen und Miteinanderessen war nichts mehr zu spüren. Womit das Christentum viel von seiner Strahlkraft verloren hat.
Mit Jesus dürfen wir uns auf den Himmel bildlich als ewig nährendes intimes „Gastmahl“ mit Gott freuen und wir können einen Vorgeschmack davon schon jetzt auf die Erde und unter die Menschen bringen, wenn wir das jesuanische Brotbrechen wieder miteinander üben.

Quelle: Peter Trummer: Jesus ohne Opfer. Glaube, der befreit, Verlag Herder 2026, S. 141

Impuls: Wo erlebe ich „Einheit in Vielfalt“ tatsächlich? Was behindert oder fördert diese?

Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/

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