Georg Plank

So, 3.5.2026: „Das Vaterunser eint und befreit“

Die Erlösung, die wir vom Vatergott erhoffen, kann nicht gut die ewige Aufspaltung seiner Schöpfung in Gut und Böse sein, nicht die Vernichtung von Tod und Teufel (der auch sein Geschöpf ist) bedeuten, sondern dass „Gott alles in allen/m ist“ (1 Kor 15,28) was immer das auch heißen mag. Wir können es (noch) nicht ermessen. Worauf wir aber jetzt schon gut und gerne verzichten können, ist die ständige Furcht, denn die ist mit der Liebe bekanntlich unvereinbar (1 Joh 4,17f). Letztere könnte uns neue Formen des Betens lehren, von erstarrten Pflichtübungen und religiösem Leistungsdruck befreien, ermutigen, das Leben wirklich zu wagen in all seinen Dimensionen.
Auch wir sollten, wie Jesus, gelegentlich einfach Abba sagen oder für das Gute danken, das ohnehin immer auch ganz selbstverständlich da ist, wenn wir es nur sehen wollen. Das Göttliche in uns, das daimónion, wie Sokrates seine innere Stimme nannte, ist jedem Menschenherzen nahe genug, um es zu hören und entsprechend zu reagieren, „im Himmel wie auf Erden“.

Quelle: Peter Trummer: Mit Jesus am Puls der Zeit. Ermutigung zum Christsein, Verlag Herder 2024, S. 51

Impuls: Möchte ich heute wie Jesus einfach Gott „Abba“ nennen und für das Gute danken?

Foto: Hans Waltersdorfer, Fotograf, christlicher Liedermacher und Theologe im Haus der Stille.
Mehr unter https://www.werkstatt-waltersdorfer.at/ und unter https://www.haus-der-stille.at/

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