Beziehungen und Netzwerke
Georg Plank

Schlüssel Nr. 1: Beziehungen und Netzwerke

Wie stark menschliches Leben auf Beziehungen, Kooperation, ja Resonanz und Empathie angelegt ist, haben Studien unterschiedlicher Wissenschaften in den letzten Jahren auf phänomenale Weise bestätigt. In kirchlichen Organisationen und Gemeinschaften ist die Qualität von Beziehungen besonders erfolgsrelevant. Denn durch die Art der Kommunikation, des Dialogs und des Zusammenseins kommt körpersprachlich die Frohe Botschaft zum Ausdruck – oder eben nicht!

In der deutschsprachigen Kirchenwelt, wo alle Mitglieder der verfassten Kirchen einen Pflichtbeitrag zahlen müssen, ist die Beziehung zu allen Mitgliedern besonders wichtig, gerade auch zu denen, die selten oder nie konkrete Angebote in Anspruch nehmen oder Veranstaltungen besuchen. Durch die heutigen modernen Kommunikationsmitteln ist es tatsächlich möglich, mit allen Mitgliedern regelmäßigen Kontakt zu pflegen und ins Gespräch zu kommen. Wie das möglich ist, habe ich bereits in einer früheren Blogserie von Mitte Juni bis Mitte August 2023 ausführlich beschrieben.

Es geht ausdrücklich darum, wegzukommen von der Frage, wie viele kommen (zu kirchlichen Angeboten oder Veranstaltungen) hin zur dialogischen Haltung, die der frühere Aachener Bischof Klaus Hemmerle so wunderbar in Worte gefasst hat: „Lass mich dich lernen, dein Denken und Sprechen, dein Fragen und Dasein, damit ich daran die Botschaft neu lernen kann, die ich dir zu überliefern habe.“

Der 1994 verstorbene Hemmerle hätte es wohl nicht für möglich gehalten, dass sich seine Vision heute flächendeckend umsetzen lässt. Hätte er es gewusst, hätte er nichts unterlassen, um das tatsächlich zu machen. Denn es ist schlichtweg ein Skandal, die eigenen Mitglieder nur dann zu kontaktieren, wenn man den obligatorischen Obolus einfordert, und sich sonst nicht um ihre Anliegen zu scheren – obwohl es realistisch machbar ist.

„Wir interessieren uns für dich, für dein Leben, für Deine Fragen und Meinungen!“ Das muss spürbar glaubhaft spürbar werden. Und die Antworten müssen Konsequenzen haben für die pastoralen Schwerpunkte aller kirchlichen Gemeinden und Einrichtungen. Dann sind der Mensch und seine Bedürfnisse tatsächlich der Weg der Kirche, wie es in vielen Pastoralplänen postuliert wird.

Biblisch realisiert sich damit die Aufforderung beim Propheten Jesaja: „Bereitet dem Herrn den Weg, ebnet ihm die Bahn“. Die vielen Unebenheiten, Schlaglöcher und Straßengräben, die heute eine positive Beziehung zwischen den Kirchen und allen Mitgliedern so schwer machen, können und sollen durch neue Wege der Kommunikation und der empathisch-dialogischen Beziehungspflege aus dem Weg geräumt werden.

Gute Beziehung mit allen Mitgliedern – das ist der Schlüssel Nummer 1.

Foto: Reise „Die Vielfalt des Omans erleben“ mit Weltweitwandern

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Ein Kommentar
  1. Lieber Georg, ich wünsche dir ein 2024 voll Kraft und Energie und Freude – es gibt so viel zu tun! Danke für deine inspirierenden Beiträge, ich lese sie gern (damit das auch mal gesagt ist).
    Ich hätte da eine Frage: Wenn wir die Synodalität wirklich ernst nehmen würden, die Taufgnade ins Werk setzen würden – was könnten wir (als Getaufte) der Welt nicht alles schenken?
    Wo und was wäre die Welt, hätte wir seit 2000 Jahren diesen Nachfolgeauftrag ernst genommen, diese Superkraft zum Wohl der Welt eingesetzt? Und wie kommen wir endlich dahin wo uns die Erde so nötig (und unnötig) hat wie noch nie? Fragen über Fragen….
    Greez aus Gries, Petra

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