Begeisterung
Georg Plank

Schlüssel Nr. 7: Begeisterung

Welche Momente der Begeisterung standen am Ursprung Ihres Engagements, Ihres Berufs oder Ihrer Hobbies? Was war Ihre erste Liebe, die Sie dazu motiviert hat, sich selbst, Ihre Talente, Ihre Zeit und Ihre Ressourcen für eine der unzähligen Möglichkeiten einzubringen, Menschsein individuell und gesellschaftlich gut, liebevoll und gerecht zu leben?

Fast alle Menschen können von Auslösern erzählen. Bei manchen sind es richtiggehende Damaskusereignisse wie bei der Bekehrung des fanatischen Christenverfolgers Saulus, der sich nach dieser Erfahrung zum für die Frohbotschaft glühenden Apostel Paulus wandelte. Bei den meisten sind es weniger spektakuläre oder punktuelle Erfahrungen, sondern langsame, oft unscheinbare Prozesse mit vielen Schattierungen. Auch vom Charakter sind solche Ursprungsmomente unterschiedlich. Gemeinsam sind ihnen jedoch leidenschaftliche Begeisterung und tief empfundene Freude. Gemeinsam ist ihnen auch, dass sie nachhaltige Wirkungen auslösen und oft am Beginn persönlicher Entwicklungen und jahre- und jahrzehntelangen Engagements stehen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie meist höchst individuelle und beeindruckende persönliche Berufungsgeschichten auslösen, sowohl in kirchlichen als auch in anderen Kontexten.

Nach all meinen Erfahrungen und Forschungen wage ich zu behaupten, dass Begeisterung einer der wichtigsten Schlüssel ist. Wie alle Emotionen kann sie auch missbraucht oder pervertiert werden. Wenn aber das Feuer der Begeisterung fehlt, verlieren Menschen ihre Motivation, ihre Energie und ihre Bereitschaft, sich mutig und energievoll einzusetzen.

Neurobiolog:innen können heutzutage diese Mechanismen naturwissenschaftlich nachweisen, sie sind aber in vielen religiösen und kulturellen Traditionen seit Jahrtausenden bekannt.

Für mich als Theologen ist es bereichernd und bestärkend, dass Natur- und Geisteswissenschaftler:innen sich intensiv mit Themen beschäftigen wie zum Beispiel Hartmut Rosa mit Resonanz, oder Joachim Bauer mit Empathie oder Martin Grunwald mit der lebensnotwendigen Bedeutung des Tastsinns. Wir haben in den letzten Jahren den Pfingstkalender von Pastoralinnovation mit Impulsen aus deren Büchern gestaltet und enorm positive Resonanz dafür geerntet.

Begeisterung hat mit Geist zu tun. Das deutet darauf hin, dass sie nicht etwas Gemachtes ist, sondern ein Geschenk, dem wir den Boden bereiten dürfen. Sie äußert sich manchmal laut wie auf einem Fußballplatz oder einem Konzert, oft aber ist ihre stille Kraft spürbar, in einem Gebet, in einer Sitzung, in einer inhaltlichen Auseinandersetzung oder bei einem Sozialprojekt. Begeisterung beseelt, sie macht alles lebendig. Sie ist wie der Bach, an dem unser Tun und Sein gepflanzt sein soll, damit es sprießen und wachsen und Früchte bringen kann.

Begeisterung – das ist der Schlüssel Nummer 7.

 

Foto: Reise „Die Vielfalt des Omans erleben“ mit Weltweitwandern.

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Ein Kommentar
  1. Begeisterung ist sicher ein wichtiger Schlüssel!
    Daher ist es sehr schade, wenn die Begeisterung für ein oder mehrere Ding(e) von außen (leider manchmal von einem selber) unterdrückt oder gar vernichtet werden. Dagegen ist schwer anzukämpfen.

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