Trend- und Zukunftsforschung
Georg Plank

Schlüssel Nr. 9: Trend- und Zukunftsforschung

Die Zeichen der Zeit zu erkennen und im Lichte des Evangeliums deuten, das ist ein entscheidendes Handlungskriterium für alle Kirchen. Im profanen Bereich korrespondiert diese weise Haltung mit der Trend- und Zukunftsforschung. Seriös betrieben, basieren deren Analysen auf einer Fülle von wissenschaftlicher Daten, die mit wissenschaftlichen Modellen und Methoden zusammengeschaut, ausgewertet und gedeutet werden.

Niemand kann die Zukunft vorhersagen, aber jeder kann diese Ergebnisse nutzen oder Trends selbst wahrnehmen. Jeder kann versuchen, deren Auswirkungen auf das eigene Tun einzuschätzen. Dazu muss man wie beim Wetter einfach in die richtige Richtung schauen. Im Falle der deutschsprachigen Welt sind es meist die USA, wo Trends entstehen und sich dann weiter verbreiten, ob einem das nun gefällt oder nicht. Die Augen zu und durch ist in keinem Fall eine kluge und verantwortliche Strategie.

Beispiele finden sich viele, sei es im technologischen, wirtschaftlichen, politischen, sozialen, kulturellen oder auch im kirchlichen Bereich. Deshalb haben wir ein Netzwerk mit US-Partnern aufgebaut, weil wir so quasi in die Zukunft schauen können. Denn wer Trends, die in den USA jetzt schon relevant sind, zeitgerecht erkennt und versteht, kann sich besser auf die kommende Zeit vorbereiten.

Aktuell ist die rasante Entwicklung unterschiedlicher Formen sogenannter „Künstlicher Intelligenz“ ein Thema, das selbstverständlich auch auf Kirchen große Auswirkungen haben wird, auch auf Kerngebiete seelsorglichen Handelns. Es würde mich zum Beispiel nicht überraschen, wenn in Kürze Bots als spirituelle Berater:innen genutzt werden können, die bei spirituell Suchenden auf positive Resonanz stoßen, weil sie empathisch, sachlich fundiert und praktisch hilfreich sind. Entweder man interagiert einfach per Social Media und Chats oder man trifft sich per Videokonferenz mit einem menschlich wirkenden geistlichen Begleiter bzw. einer Begleiterin, die nach eigenen Kritierien gestaltet werden kann: Geschlecht, Religionszugehörigkeit, Aussehen, Sprache etc.

Ein anderer Trend ist die neue Leiblichkeit. Gerade weil digitale Formen von menschlichen Interaktionen rasant zunehmen, gewinnt das physische Zusammensein wieder neue Attraktivität. Nur dieses ermöglicht ja, alle Sinne des Menschen anzusprechen! Beobachten Sie das Phänomen Taylor Swift. Nach Jahren vorwiegend digitaler Präsenz und rasantem Wachstum werden ihre Konzerte nun weltweit überlaufen, weil viele sie endlich einmal „richtig“ sehen wollen!

Voraussetzung dafür, diese Chance tatsächlich zu nutzen, ist eine hohe Qualität, die Wohlbefinden, Begeisterung, Empathie und Verbundenheit bewirkt. Andernfalls drohen Enttäuschung und beschleunigte Absatzprozesse.

Ich empfinde zwar viele theologische Expert:innen als Trendforscherinnen, empfehle aber ergänzend auch die Erkenntnisse profaner Trendforschungsinstitute verstärkt zu nutzen, vor allem bei strategischen Entscheidungen über die Verwendung geringer werdender Ressourcen.

Trends erkennen – das ist der Schlüssel Nummer 9.

 

Foto: Reise „Die Vielfalt des Omans erleben“ mit Weltweitwandern.

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