Teampyramide
Georg Plank

Teampyramide

Der amerikanische Unternehmensberater und praktizierende Katholik Patrick Lencioni hat die Dynamik von Teams mit einer Pyramide ins Bild gebracht. Er beschreibt damit die fünf Dysfunktionen eines Teams, denen fünf positive Funktionen entsprechen.

Die Basis der Pyramide bildet das Vertrauen. Die nächste Stufe ist dann die Fähigkeit, mit Konflikten umzugehen. Danach kommt das „Commitment“, also die Verpflichtung, eine gemeinsame Vision, die daraus folgende Strategie und die daraus abgeleiteten Ziele und Maßnahmen mit allen Mitteln und Fähigkeiten zu verfolgen und umzusetzen. Die vierte Stufe kommt in kirchlichen Organisationen nach meiner Einschätzung oft viel zu kurz. Auf Englisch heißt Sie „Accountability“, was man sowohl mit „Rechenschaft“ oder „gegenseitige Verantwortung“ übersetzen kann. Sie merken, wie es Stufe für Stufe herausfordernder wird. Wie leicht fällt es Ihnen zum Beispiel, einen Kollegen oder eine Kollegin aufmerksam zu machen, wenn sie etwas vergessen haben, qualitativ schlechte Arbeit leisten oder eine Sache nicht wie besprochen erledigt wurde? Drücken Sie sich um das Thema herum, bis es nicht mehr anders geht? Oder konfrontieren Sie ihre Kolleg:innen knallhart mit Vorwürfen? Lencioni hat dabei immer die fünfte Stufe im Blick: die konkreten angestrebten Ergebnisse, die Jesus „Früchte“ nennt. Erinnern wir uns an das Gleichnis vom Feigenbaum. Da droht der Besitzer, diesen zu fällen, weil er im dritten Jahr noch immer keine Früchte bringt und stattdessen dem Nährboden und damit anderen Pflanzen und Bäumen wichtige Ressourcen raubt.

Diese Pyramide verwende ich oft. Sie hat vielen geholfen, einerseits die richtige Reihenfolge einzuhalten und andererseits den Blick auf die langfristige Vision und die konkreten Früchte zu richten.

Immer dann, wenn es auf einer Stufe schwer wird, einen konstruktiven Weg zu finden, empfiehlt Lencioni, eine Stufe zurückzugehen und so die Basis zu erneuern und zu festigen. Wenn man merkt, dass zum Beispiel ein Konflikt eskaliert und die schönsten Papiere über Fehlerkultur nichts mehr helfen, sollte man sich Zeit nehmen, das Vertrauen zwischen allen Beteiligten wieder zu stärken. Es gibt viele Empfehlungen und Methoden, wie das geschehen kann. Ich möchte in diesem Zusammenhang vor allem auf eine zentrale Haltung hinweisen: Dass die Führungskräfte in einem Team sich verwundbar machen. Denn solange sich Führungskräfte mit der Aura der Unfehlbarkeit oder des „ich weiß immer alles besser“ umgeben, solange sie auf ehrliche Kritik und offenes Feedback beleidigt oder aggressiv reagieren, solange sie sich als etwas Besseres fühlen und entsprechend benehmen, kann echtes Vertrauen nicht wachsen. Menschen und vor allem Führungskräfte, die auch im Blick auf Jesu` Vorbild Verwundbarkeit zulassen und tagtäglich leben, entwickeln eine innere Stärke, eine tragfähige Gelassenheit und eine glaubwürdige Empathie, aus denen heraus ein solides Fundament für das Haus jeder Organisation entsteht.

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