Georg Plank·Heute ·3 min. Lesedauer
Leadership Trends 2026
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Wenn Sie das Wort „Mission“ hören, welche Bilder entstehen in Ihrem Kopf? Vielleicht denken Sie an historische Missionare, die in fremde Länder zogen, um Menschen zu „bekehren“. Oder Sie verbinden damit übergriffige Versuche, Missbrauch und Gewalt, um anderen den eigenen Glauben aufzuzwingen? Oder manipulative Methoden, um Menschen entgegen ihrem eigenen Empfinden und Urteilen emotional zu beeinflussen? All das gab und gibt es leider immer wieder. Ich lehne das aus ganzem Herzen ab!
Für mich meint der Missionsauftrag Jesu etwas völlig anderes – etwas, das auch im neuen Jahr 2026 nichts von seiner Relevanz und Schönheit verloren hat. In diesem Artikel möchte ich Ihnen zeigen, warum mich der richtig verstandene Missionsauftrag nach wie vor begeistert und wie er in unserer heutigen Zeit gelebt werden kann.
Sie kennen diesen Missionsauftrag Jesu: „Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern“ (Matthäus 28,19) bzw.: „Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!“ (Markus 16,15) In dieser Variante begegnet uns auch der mit Mission verwandte Begriff der „Evangelisierung“.
Doch was bedeutet das konkret? Geht es um Bekehrung und religiöse Eroberung? Keineswegs!
Der Auftrag Jesu ist vielmehr eine Einladung, seine Botschaft durch Wort und vor allem durch Tat erlebbar zu machen. Es geht um die Verkündigung von Gottes unendlicher Liebe, die alle Grenzen überwindet, und um den Einsatz für eine gerechtere Welt.
Das Zweite Vatikanische Konzil hat mit seinen Dokumenten „Nostra Aetate“ und „Ad Gentes“ das Verständnis von Mission revolutioniert. Es beendet die leidvolle Praxis, andere Religionen oder Kulturen als minderwertig anzusehen und sie „bekehren“ zu wollen.
So betont „Nostra Aetate“ die Wertschätzung für das Wahre und Heilige in anderen Religionen, das Prinzip Dialog statt Bekehrungsdruck und das gemeinsame Engagement für universale Werte. „Ad Gentes“ wiederum versteht Mission als Dienst am Menschen, als respektvolle Begegnung mit anderen Kulturen und als Zeugnis durch authentisches Leben.
Ein fundamentaler Wandel im Missionsverständnis liegt in der Erkenntnis: Nicht wir Menschen oder die Kirche „machen“ Mission – es ist Gottes eigene Mission (Missio Dei), an der wir teilhaben dürfen.
Dies verändert alles:
Zum Erbe von Papst Franziskus gehört, dass er durch sein Leben, sein Vorbild und seine Texte deutlich gemacht, was er mit Mission meint. In „Fratelli Tutti“ entfaltet er eine Vision universaler Geschwisterlichkeit: Mission als Dienst an der ganzen Menschheitsfamilie, radikale Überwindung von Grenzen und Vorurteilen und den partnerschaftlichen Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Dafür soll die Kirche Zeichen und Werkzeug sein.
Er verstärkte ein wesentliches Element zeitgemäßer Mission: die Inkulturation. Das Evangelium darf niemals aufgezwungen werden, schon gar nicht in europäischer oder amerikanischer Gestalt, sondern muss immer in Dialog mit der jeweiligen Kultur treten. Das bedeutet Wertschätzung für lokale Traditionen und Ausdrucksformen und gegenseitige Bereicherung statt einseitiger Belehrung.
Die Kirchen des globalen Südens zeigen uns eindrucksvoll, wie Inkulturation gelingen kann:
Afrikanische Liturgien verbinden christliche Inhalte mit lokalen Ausdrucksformen, lateinamerikanische Basisgemeinden leben eine kontextuelle Theologie der Befreiung und asiatische Kirchen führen einen respektvollen Dialog mit buddhistischen, hinduistischen und muslimischen Traditionen.
Die glaubwürdigste Form der Mission ist das eigene Leben. Wie Franziskus von Assisi sagte: „Verkündet das Evangelium zu jeder Zeit, wenn nötig auch mit Worten.“
Mission heute bedeutet, Räume zu öffnen, in denen Menschen Gottes Gegenwart erfahren können: Gastfreundliche Gemeinschaften, in denen jeder willkommen ist, Orte des Dialogs und der Begegnung, Erfahrungsräume für Spiritualität sowie Dienst an und Gemeinschaft mit den Armen.
Für mich ist der Missionsauftrag Jesu auch im Jahr 2026 hochaktuell – nicht als Bekehrungsprogramm, sondern als Einladung, durch Wort und Tat die frohe Botschaft erlebbar zu machen und so für eine bessere und gerechtere Welt einzutreten.
Was halten Sie von diesem Vorsatz für 2026: Lasst uns noch authentischer nach den Werten des Evangeliums leben, setzen wir uns stärker für Gerechtigkeit ein, treten wir proaktiv in den Dialog mit Menschen anderer Überzeugungen und schaffen wir dort, wo wir körperlich oder digital leben, liebe- und respektvolle Räume der Begegnung.
Gründer Georg Plank veröffentlicht wöchentlich Impulse für mehr Innovationen in christlichem Spirit und freut sich über zahlreiches Feedback. In Zukunft planen wir weitere Blogs durch unsere Referenten und Ecclesiopreneure.
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